Die Entwicklungen auf dem europäischen Ferkelmarkt lassen wenig Hoffnung auf schnelle Besserung. Marktanalysten erwarten erst für das Jahr 2027 wieder positive Perspektiven. Trotz der Grillsaison und eines saisonalen Angebotsrückgangs bleiben die Preise für Schweinefleisch konstant niedrig. Hauptursache ist nicht ein Überangebot an schlachtreifen Tieren, sondern eine schwache Nachfrage. Die dänische Erzeugervereinigung Danske Svineproducenter prognostiziert für 2026 einen durchschnittlichen Preis von 45,51 Euro pro 25-kg-Ferkel in der Region Nord-West, der im folgenden Jahr auf 53,75 Euro steigen könnte.
Absatzprobleme dominieren den Markt
Obwohl die Schlachtzahlen in Deutschland in den ersten Monaten des Jahres fast identisch mit denen des Vorjahres sind, zeigt sich ein anderes Bild bei den Absatzmöglichkeiten. Die Produktionsprognosen für 2026 weisen nur auf eine minimale Steigerung hin, sodass das Angebot an Schlachtschweinen weiterhin knapp bleibt. Der Druck kommt vor allem von der Nachfrageseite.
Einfluss auf den EU-Markt haben auch die Handelsbeschränkungen durch die Afrikanische Schweinepest (ASP), die Spaniens Exportmöglichkeiten einschränken und große Mengen an Schweinefleisch auf den europäischen Markt umleiten. Gleichzeitig führen Importe aus Brasilien und den USA zu einem Preisdruck auf dem Weltmarkt, während die Nachfrage aus China schwächelt.
Früher Preisdruck bei Ferkeln
In diesem Jahr fallen die Ferkelpreise ungewöhnlich früh; normalerweise erfolgt dieser Rückgang erst im zweiten Halbjahr. Für das restliche Jahr wird ein weiterer, moderater Preisverfall erwartet. Der Marktanalyst Markus Fiebelkorn bezeichnet das derzeitige Preisniveau als „katastrophal“, da es zu erheblichen Verlusten für viele europäische Produzenten führt. Zu diesen wirtschaftlichen Herausforderungen kommen verschärfte Umwelt- und Tierschutzanforderungen sowie die fortdauernde ASP hinzu.
Saisonale Effekte und Zukunftsperspektiven
Trotz des Ausbleibens eines Frühjahrsaufschwungs scheint das Potenzial für weitere Preisrückgänge im Herbst begrenzt zu sein. Sommerliches Wetter und eine gesteigerte Nachfrage aus der Gastronomie könnten durch Ereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft einen stabilisierenden Effekt haben. Es wird erwartet, dass die Angebote für Schlachtschweine stabil bleiben.
Für 2026 prognostiziert die Europäische Kommission einen Rückgang der EU-Schweinefleischerzeugung um etwa 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Verringerung könnte jedoch stärker ausfallen, sollte das aktuelle Preisniveau bestehen bleiben. Eine Anpassung von Angebot und Nachfrage würde voraussichtlich zu einer Normalisierung der Notierungen führen, wobei höhere Preise im Jahr 2027 erwartet werden.
Laut Danske Svineproducenter wird für das zweite Quartal 2027 ein Preis von 65,00 Euro pro 25-kg-Ferkel in Nord-West prognostiziert, mit einem Jahresdurchschnitt von 53,75 Euro. Die deutsche VEZG-Schlachtschweinenotierung soll von durchschnittlich 1,59 Euro je Kilogramm (2026) auf 1,72 Euro (2027) steigen.
