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NRW investiert 35 Mio. € gegen Afrikanische Schweinepest in Südwestfalen

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) stellt eine erhebliche Herausforderung für die Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen dar. Mit Ausgaben von bisher rund 35 Millionen Euro hat das Bundesland umfangreiche Maßnahmen zur Eindämmung der Seuche ergriffen, wie aus einer Mitteilung von Agrarministerin Silke Gorißen hervorgeht. Während die Ministerin die Ergebnisse als Erfolg bewertet, äußert die Opposition deutliche Zweifel an der Effektivität des Krisenmanagements.

Kostspielige Schutzmaßnahmen und regionale Fallzahlen

Mit dem Bau von ASP-Schutzvorrichtungen über eine Strecke von etwa 515 Kilometern versucht NRW, die Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern. Besonders betroffen sind die Regionen Siegen-Wittgenstein und Olpe, wo das Friedrich-Loeffler-Institut seit dem ersten ASP-Nachweis im Juni 2025 insgesamt 408 bzw. 367 Fälle registrierte. Auch im Hochsauerlandkreis wurden bislang 38 infizierte Wildschweine gemeldet.

Einsatz von Jagd und Prämien

Neben den physischen Barrieren spielt laut Ministerin Gorißen die Jagd eine zentrale Rolle bei der Eindämmung der ASP. In den betroffenen Gebieten seien bis jetzt rund 8.000 Wildschweine erlegt worden, um sogenannte „Weiße Zonen“ zu schaffen – nahezu wildschweinfreie Korridore, die als Schutzbarriere dienen sollen. Da Jäger das Fleisch nicht vermarkten dürfen, stellt die Landesregierung Abschussprämien bereit, wofür bereits 3,2 Millionen Euro aufgewendet wurden.

Drohnen zur Bestandskontrolle: Verzögerungen in der Umsetzung?

Mithilfe von Drohnenflügen im Frühjahr 2026 wurde versucht, einen genauen Überblick über die Wildschweinpopulation in den betroffenen Gebieten zu gewinnen. Dabei wurden zunächst rund 500 Wildschweine gezählt; nach der Fortpflanzungsperiode wird der Bestand jedoch auf etwa 1.500 Tiere geschätzt. Die SPD kritisiert das verspätete Eingreifen und sieht darin ein Versäumnis des Ministeriums unter Gorißens Leitung.

Kritik an zeitlicher Reaktion der Regierung

Laut SPD-Abgeordneter Julia Kahle-Hausmann offenbaren die Antworten auf ihre Große Anfrage erhebliche Mängel im Krisenmanagement. Sie wirft Gorißen vor, das Risiko unterschätzt zu haben und erst spät gehandelt zu haben, als sich das Problem bereits stark ausgeweitet hatte. Insbesondere die verzögerte Einführung moderner Techniken wie Drohneneinsätze zur Überwachung wird bemängelt.