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Brasilien steigert Geflügelexporte trotz Vogelgrippe und Nahost-Krise

Brasilien hat in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 beeindruckende Fortschritte im Export von Geflügelfleisch erzielt. Trotz der Herausforderungen durch die hochpathogene Vogelgrippe (HPAI) und geopolitische Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, konnte das Land seine Exportzahlen steigern. Die Gesamtmenge des exportierten Geflügels erreichte 2,936 Millionen Tonnen, was einen Anstieg von 12,9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet. Der Wert dieser Exporte stieg sogar um 17 % auf insgesamt 5,7 Milliarden US-Dollar.

Exportwachstum trotz widriger Umstände

Allein im Juni 2026 exportierte Brasilien 482.800 Tonnen Geflügelfleisch, was einen bemerkenswerten Zuwachs von 40,6 % im Vergleich zum Juni des Vorjahres darstellt. Dieser Anstieg ist besonders hervorzuheben, da die Exporte im Vorjahr durch HPAI-Ausbrüche beeinträchtigt wurden. Dennoch gelang es Brasilien, diese Rekordzahlen zu erreichen, obwohl politische Spannungen im Nahen Osten weiterhin bestehen. Dies zeigt die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit der brasilianischen Geflügelindustrie.

Afrika als wachsender Markt für brasilianisches Geflügel

Ein besonders dynamischer Wachstumsbereich für die brasilianischen Geflügelexporte stellt der afrikanische Markt dar. Im Jahr 2025 überschritten die Exporte nach Afrika erstmals die Marke von einer Million Tonnen und erreichten 1,163 Millionen Tonnen, ein Wachstum von 20,3 % im Jahresvergleich. Der Anteil Afrikas am gesamten brasilianischen Geflügelabsatz stieg von 18,8 % auf 22,5 %, was einem bemerkenswerten Wachstum von 75,7 % gegenüber den Zahlen von 2021 entspricht.

Laut der Nationalen Kammer der Geflügel- und Futtermittelproduzenten verdeutlichen diese Zuwächse nicht nur Brasiliens wachsende Bedeutung auf dem afrikanischen Markt. Sie zeigen auch den zunehmenden Wettbewerb mit anderen großen Exporteuren wie den USA und der Europäischen Union auf. Viele afrikanische Länder sind stark auf Importe angewiesen, um ihren Geflügelbedarf zu decken, da die lokale Produktion oft nicht ausreicht.

Erweiterung in neue Märkte

Im Jahr 2025 hat Brasilien den tansanischen Markt erschlossen und damit die Anzahl der afrikanischen Länder erhöht, die brasilianisches Geflügel importieren – insgesamt sind es nun 45 Länder. Südafrika bleibt dabei mit einem Importvolumen von 336.000 Tonnen der größte Abnehmer in Afrika. Insgesamt machen fünf Länder – Südafrika, Angola, Ghana, Libyen und Guinea – etwa 60 % der brasilianischen Exporte nach Afrika aus.

Diese Entwicklungen unterstreichen Brasiliens strategische Positionierung als führender Akteur auf dem globalen Geflügelmarkt und seine Fähigkeit zur Anpassung an wechselnde internationale Handelsbedingungen.