Ein Baustopp für konventionelle Schweineställe sorgt in Dänemark für kontroverse Reaktionen: Während Naturschützer die Entscheidung der Regierung begrüßen, stehen Landwirte vor erheblichen Herausforderungen. Der dänische Minister für Natur und Tierschutz, Christian Rabjerg Madsen, verkündete am Mittwoch, dass ab sofort keine neuen konventionellen Schweineställe mehr genehmigt werden. Diese Regelung betrifft alle Anträge, die nach dem 23. September eingereicht werden, bis neue Rahmenbedingungen für die Schweineproduktion festgelegt sind.
Neuausrichtung der Schweinehaltung
Der Minister betont, dass die Maßnahme dazu beitragen soll, die dänische Schweinehaltung nachhaltiger zu gestalten und das Tierwohl zu verbessern. Laut Rabjerg Madsen sei dies ein erster Schritt zur Umkehr der bisherigen Entwicklung. Die Regierung will verhindern, dass Investitionen in Anlagen fließen, die den neuen Zielen widersprechen. Genehmigungen für Änderungen zugunsten von Klima und Umwelt können weiterhin erteilt werden, sofern sie nicht zur Erhöhung der Kapazität führen.
Bauernverband kritisiert Moratorium
Der Vorsitzende des Fachverbands der Land- und Ernährungswirtschaft (L&F), Hans Christian Gæmelke, kritisiert das Moratorium scharf. Seiner Ansicht nach widerspricht es dem Ziel der Regierung nach mehr Tierwohl, wenn gleichzeitig Investitionen in notwendige Infrastrukturen gestoppt werden. Gæmelke erklärt, dass größere Bewegungsfreiheit für Schweine auch mehr Platz erfordere – etwas, das ohne neue Ställe nicht umsetzbar sei.
Auswirkungen auf ländliche Gebiete
Laut L&F könnten die wirtschaftlichen Folgen des Baustopps enorm sein. Geplante Investitionen müssten auf Eis gelegt werden und Banken könnten zögern, Kredite zu vergeben. Die Unsicherheit betreffe nicht nur Schweinehalter; auch das lokale Handwerk und die ländliche Wirtschaft seien gefährdet.
Lob von Naturschutzorganisationen
Im Gegensatz dazu sieht Danmarks Naturfredningsforening (DN) den Baustopp als positiven Schritt im Sinne von Natur- und Gewässerschutz sowie für das Tierwohl. Der Verband hatte zuvor zusammen mit anderen Umweltorganisationen gefordert, das Baustopp-Moratorium zügig umzusetzen.
