Die Rinderpreise in Deutschland verzeichnen einen Rückgang. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) hat die Preisempfehlungen für Jungbullen, Schlachtkühe und Färsen um 5 Cent pro Kilogramm Schlachtgewicht reduziert. Dieses größere Angebot stärkt die Verhandlungsposition der Schlachter, wobei der Druck auf die Preise regional unterschiedlich ausfällt.
Angebot übersteigt Nachfrage
Am deutschen Schlachtrindermarkt sind die Preise gesunken, nachdem die VEZG am 26. Oktober ihre Preisempfehlungen angepasst hat. Die zuletzt gestiegenen Angebotsmengen reichen aus, um die Nachfrage zu decken, sodass der Preisdruck der Schlachtunternehmen nicht vollständig vermieden werden kann. Laut der VEZG liegt der Preis für Jungbullen der Klasse R3 (Fleckvieh und Fleischrassen) bei 6,40 Euro/kg SG für QS-Tiere. Für Tiere aus Haltungsform 3 sinkt die Empfehlung auf 6,80 Euro/kg SG.
Für O3-Schlachtkühe mit einem Schlachtgewicht von 310 kg nennt die VEZG nun einen Preis von 5,00 Euro/kg SG. Die Empfehlung für Tiere aus Haltungsform 3 beträgt 5,20 Euro/kg SG. Auch bei Färsen wurden die Preise um 5 Cent nach unten korrigiert.
Zweiter Rückgang bei Jungbullenpreisen
Bei den Jungbullen ist dies bereits die zweite Preisreduzierung in Folge. Zuvor hatte die VEZG am 12. Oktober ihre Empfehlung noch um 15 Cent erhöht, bevor sie am 19. Oktober um 5 Cent gesenkt wurde. Der erneute Abschlag bedeutet nun eine Rücknahme von insgesamt 10 Cent des vorherigen Anstiegs. Der Widerstand gegen höhere Preise war regional unterschiedlich ausgeprägt. Besonders in Norddeutschland war das Angebot weniger knapp als in anderen Regionen wie Süd- oder Westdeutschland.
Laut der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein ließ sich der Preisanstieg im Handel nicht durchsetzen. In Niedersachsen beschrieb man den Markt in Kalenderwoche 43 als ausreichend versorgt, da das Angebot an schlachtreifen Tieren den Bedarf deckte. Auch in Nordrhein-Westfalen wurde ein leicht erhöhtes Angebot an Jungbullen und Kühen sowie leicht fallende Färsenpreise beobachtet.
Süddeutsche Märkte unter besonderem Druck
Bei weiblichen Schlachtrindern zeigte sich eine weniger einheitliche Entwicklung. Während in Schleswig-Holstein und Niedersachsen stabile Kuhpreise gemeldet wurden, berichtete der Bayerische Bauernverband schon am 21. Oktober von Preissenkungen im süddeutschen Handel. Hier stand einem größeren Angebot an Kühen und Färsen eine normale bis verhaltene Nachfrage gegenüber; auch die Exportgeschäfte verliefen ruhiger.
Laut dem Bayerischen Bauernverband wurden Schlachtkühe deshalb um etwa 5 Cent/kg SG und Färsen um 5 bis 10 Cent/kg SG niedriger bewertet. Im Gegensatz dazu hielten sich die Preise für Jungbullen im Süden weitgehend stabil.
