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Brasilien plant Rückkehr auf den EU-Rindfleischmarkt bis 2027

Die brasilianische Rindfleischindustrie arbeitet intensiv daran, im Jahr 2027 erneut den europäischen Markt zu erschließen. Der Branchenverband Abiec sieht gute Chancen, eine schnelle Wiederaufnahme der Exporte in die Europäische Union zu erreichen.

Strategien für einen schnellen Wiedereinstieg

Laut Roberto Perosa, Präsident des Abiec, hat der Verband kürzlich Vorschläge in Brasília eingereicht. Diese sollen eine Übergangsregelung ermöglichen, um das Geschäft mit der EU noch vor dem Ende des zweijährigen Produktionszyklus wieder anzukurbeln. Dies ist besonders wichtig, da die EU strikte Vorgaben macht: Während ihrer gesamten Lebensdauer dürfen Rinder keine antimikrobiellen Wachstumsförderer erhalten.

Perosa zeigt sich optimistisch und verweist auf Fortschritte in anderen Bereichen wie Geflügel- und Honigexporten. Auch beim Rindfleisch seien Maßnahmen ergriffen worden, um den Anforderungen der EU gerecht zu werden. Ein neues Zertifizierungsprotokoll, das im Frühsommer eingeführt wurde, erlaubt nur noch die Aufzucht von Rindern ohne solche Förderer. Dennoch wird es laut Perosa von den brasilianischen Viehhaltern bisher nur zögerlich genutzt.

Kontingentsverteilung im Mercosur-Abkommen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Verhandlungen über das zollreduzierte Lieferkontingent von 99.000 Tonnen im Rahmen des EU-Mercosur-Handelsabkommens. Brasilien, Argentinien und Uruguay bevorzugen eine Aufteilung basierend auf historischen Liefermengen. Im Gegensatz dazu fordert Paraguay eine gleichmäßige Aufteilung von 25% pro Land.

Paraguays Forderung gewinnt durch den aktuellen Lieferstopp Brasiliens an Bedeutung, da dadurch die historische Lieferfähigkeit nicht mehr repräsentativ erscheint. Diese unterschiedlichen Standpunkte verdeutlichen die Herausforderungen innerhalb der Mercosur-Staaten bei der Neuverhandlung ihrer Handelsbeziehungen.

Partnerschaft zwischen Brasilien und Uruguay

Zugleich festigen Brasilien und Uruguay ihre Zusammenarbeit weiter. Uruguay plant, ungenutzte Lieferrechte für China teilweise an Brasilien abzutreten. Dies könnte Brasiliens Markt entlasten, sollten europäische Käufer ausbleiben. Die Entscheidung liegt nun bei den chinesischen Behörden in Peking.

Diese Entwicklungen zeigen sowohl die Schwierigkeiten als auch die Chancen für die brasilianische Rindfleischindustrie auf internationalen Märkten auf. Die Bemühungen um Anpassung und Partnerschaften verdeutlichen das Bestreben Brasiliens, seine Exportmärkte nachhaltig zu sichern und auszubauen.