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Bayern und Baden-Württemberg fordern mehr Windkraft im Süden Deutschlands

Die Länder Bayern und Baden-Württemberg streben eine Anpassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) an, um den Ausbau der Windenergie gerechter zu gestalten. Mit Anträgen im Bundesrat fordern sie eine Erhöhung der jährlichen Ausschreibungsmenge von derzeit 10.000 Megawatt auf 14.000 Megawatt. Zudem soll es im Jahr 2027 eine zusätzliche Ausschreibung für 5.000 Megawatt geben. Ein spezielles Zuschlagssegment für Süddeutschland soll eingeführt werden, das mindestens 20 Prozent des Volumens für Projekte in dieser Region reservieren soll.

Stärkung windschwacher Standorte

Bayern und Baden-Württemberg möchten den Korrekturfaktor für windschwache Standorte von 1,50 auf 1,70 erhöhen, um höhere Investitionskosten in solchen Gebieten auszugleichen. Ohne diese Anpassung befürchten die Länder, dass viele bereits genehmigte Projekte im Süden unwirtschaftlich bleiben könnten. Bei der letzten Ausschreibungsrunde erhielten Bayern und Baden-Württemberg lediglich zwei Prozent der bundesweiten Menge.

Der bayerische Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger betont, dass Bayern bei den erneuerbaren Energien Fortschritte gemacht habe und die Versorgungssicherheit stärken könne. Laut Aiwanger sollte der Bund diese Erfolge nicht durch ungünstige Bedingungen gefährden. Er fordert, dass Windenergie dort produziert wird, wo sie benötigt wird – insbesondere in Süddeutschland – um Netzbelastungen zu reduzieren.

Faire Bedingungen für den Süden

Aiwanger unterstreicht, dass süddeutsche Windprojekte keine Sondervorteile suchen, sondern einen Ausgleich für strukturelle Nachteile benötigen. Bis 2030 plant die bayerische Staatsregierung die Implementierung von insgesamt 1.000 neuen Windenergieanlagen. Im vergangenen Jahr wurden bereits 819 Anträge gestellt und Genehmigungen für 198 Anlagen erteilt.

Thekla Walker, Umwelt- und Energieministerin von Baden-Württemberg, hebt hervor, dass jede neue Windkraftanlage mehr Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen schafft und zur Planungssicherheit beiträgt. Die Energiewende sei essenziell für den Klimaschutz; das Land müsse sich gegen Preisschwankungen bei Gas und Öl absichern.

Kosteneinsparungen durch regionale Verteilung

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Forschungsstelle für Energiewirtschaft in München zeigt, dass ein verstärkter Ausbau der Windenergie in Süddeutschland Einsparungen von bis zu 1,8 Milliarden Euro bewirken könnte. Diese Einsparungen resultieren aus einer ausgewogeneren regionalen Verteilung der Stromerzeugung, die die Kosten für das Netzengpassmanagement senken würde. Die Studie wurde im Auftrag der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (PEE BW) und des Landesverbands Erneuerbare Energien Bayern (LEE Bayern) durchgeführt.