Im Jahr 2025 erstreckt sich die Anbaufläche für nachwachsende Rohstoffe (Nawaro) in Deutschland auf geschätzte 2,27 Millionen Hektar (ha). Diese Zahl markiert einen leichten Rückgang von etwa zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch über die letzten zehn Jahre hinweg wird ein allmählicher Abwärtstrend deutlich.
Mit einem Anteil von rund 14% an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche sind Nawaro ein bedeutender Bestandteil der deutschen Landwirtschaft. Sie liefern nicht nur Rohstoffe für die stoffliche Nutzung, sondern stellen auch den mengenmäßig wichtigsten erneuerbaren Energieträger des Landes, die Biomasse. Zudem entstehen erhebliche Mengen an Koppelprodukten, die in der Tierernährung Verwendung finden.
Energiepflanzen und ihre Bedeutung
Trotz eines generellen Rückgangs bleibt die Anbaufläche für Energiepflanzen zur Biogasproduktion mit 1,19 Millionen ha im Jahr 2025 ein zentraler Aspekt des Nawaro-Anbaus. Silomais dominiert weiterhin als wichtigste Biogaskultur mit einem Anteil von 55% der Gesamtfläche, obwohl dieser Anteil im Vergleich zu früheren Jahren (2019 bis 2024: 55 – 68%) gesunken ist. Weitere wichtige Kulturen sind Getreide, Gräser/Zwischenfrüchte, Zuckerrüben und Durchwachsene Silphie.
Der Rapsanbau stellt eine weitere bedeutende Kategorie dar und umfasst 686.000 ha. Diese Pflanzen werden sowohl für die stoffliche als auch energetische Nutzung von Pflanzenölen angebaut. Der Umfang des Rapsanbaus blieb im Jahr 2025 weitgehend stabil. Bei anderen Kulturen wie Sonnenblumen oder Lein zeigte sich ebenfalls kaum Veränderung; lediglich der Anbau von Faserpflanzen wie Hanf verzeichnete einen Rückgang um etwa ein Viertel auf 3.250 ha.
Kontroversen um den Maisdeckel
Seit der Einführung des sogenannten Maisdeckels im Jahr 2017 ist dieses Instrument immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Kritiker fordern, dass die Begrenzung nicht durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), sondern durch das landwirtschaftliche Fachrecht geregelt werden sollte. Laut Philip Klagges, Geschäftsführer der Bioenergie Marienthal in Schleswig-Holstein, sei es sinnvoller, den Maisanbau direkt in der Landwirtschaft zu regulieren anstatt auf Ebene einzelner Biogasanlagen.
Klagges betont zudem die Vorteile von Mais als Substrat aufgrund seiner einfachen Vergärbarkeit und hohen Energieausbeute. Er argumentiert, dass es im Interesse der Politik liegen sollte, Biogas möglichst effizient und kostengünstig zu produzieren. Der Umstieg auf Alternativen wie GPS erfordere größere Flächen für denselben Gasertrag, was ebenfalls politisch nicht gewollt sein könne.
Zahlen und Fakten zu Nawaro
Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) erhebt jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) detaillierte Zahlen zum Anbau nachwachsender Rohstoffe in Deutschland. Diese Informationen sind umfassend im Bericht „Anbau und Verwendung nachwachsender Rohstoffe in Deutschland“ sowie online auf statistik.fnr.de verfügbar.
Die Gespräche um den Maisdeckel werden durch unterschiedliche Stimmen begleitet: So gibt es Stimmen aus dem Jagdverband, die eine Beibehaltung der Deckelung fordern und vor einer Lockerung warnen. Andere Diskussionsteilnehmer sehen den strengen Deckel kritisch und diskutieren Alternativen wie Maisstroh oder GPS im Rahmen des Biomassepakets.
