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Zuckerrüben: So viel Zucker geht täglich in der Miete verloren

Die Zuckerrübenernte läuft, doch mit dem Roden ist die Arbeit noch nicht abgeschlossen. Viele Rüben lagern mehrere Tage oder sogar Wochen in Feldrandmieten, bevor sie zur Zuckerfabrik transportiert werden. Während dieser Zeit bauen sie kontinuierlich Zucker ab. Selbst bei optimaler Lagerung gehen täglich rund 100 Gramm Zucker je Tonne Rüben verloren. Verletzungen bei der Ernte, hohe Temperaturen und eine lange Lagerdauer können die Verluste erheblich steigern.

Zuckerrüben verlieren auch nach der Ernte Zucker

Zuckerrüben bleiben nach der Rodung stoffwechselaktiv. Um ihre Zellfunktionen aufrechtzuerhalten, verbrauchen sie einen Teil des eingelagerten Zuckers. Dieser Vorgang wird als Veratmung bezeichnet und lässt sich auch bei gesunden, unbeschädigten Rüben nicht vollständig verhindern.

Nach Angaben des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes Zuckerrübe (LIZ) beträgt die sogenannte Grundveratmung etwa 100 Gramm Zucker je Tonne Rüben und Tag.

Was zunächst nach wenig klingt, kann bei größeren Erntemengen ins Gewicht fallen. Bei einer Miete mit 1.000 Tonnen Zuckerrüben entspricht das rechnerisch rund 100 Kilogramm Zucker pro Tag. Innerhalb von zehn Tagen summiert sich allein dieser Grundverlust auf etwa eine Tonne Zucker.

Tatsächlich können die Verluste höher ausfallen. Besonders unmittelbar nach der Ernte benötigen die Rüben zusätzliche Energie, um Verletzungen zu schließen.

Temperatur und Verletzungen treiben die Zuckerverluste nach oben

Wie viel Zucker während der Lagerung verloren geht, hängt vor allem vom Zustand der Rüben und den Bedingungen in der Miete ab.

Mechanische Beschädigungen durch Rodeaggregate, Reinigungstechnik oder hohe Fallstufen erhöhen den Energiebedarf für die Wundheilung. Stark geköpfte oder gebrochene Rüben sind deshalb besonders anfällig für zusätzliche Verluste.

Hinzu kommt die Temperatur. Je wärmer die Rüben lagern, desto intensiver laufen die Stoffwechselprozesse ab. Auch Mikroorganismen können sich bei ungünstigen Bedingungen stärker vermehren.

Besonders problematisch wird es, wenn sich durch hohe Erdanteile, Blattreste oder mangelnde Durchlüftung Wärme innerhalb der Miete staut. Fäulnis und Schimmelbildung können die Rübenqualität zusätzlich beeinträchtigen.

Als günstiger Temperaturbereich für die Lagerung gelten etwa 2 bis 8 Grad Celsius. Bei Frost besteht dagegen die Gefahr, dass Rüben gefrieren und beim anschließenden Auftauen Schaden nehmen.

Mit der richtigen Rodung lassen sich Verluste begrenzen

Bereits bei der Ernte wird ein wichtiger Grundstein für die spätere Lagerqualität gelegt. Entscheidend ist eine möglichst schonende Behandlung der Rüben.

Eine richtig eingestellte Rodetechnik soll die Rüben vollständig aus dem Boden holen, ohne unnötige Bruchstellen oder tiefe Verletzungen zu verursachen. Auch die Reinigung muss an die Bodenverhältnisse angepasst werden.

Bei feuchten Böden steigt häufig der Reinigungsaufwand. Eine zu intensive Reinigung kann dann zusätzliche Beschädigungen verursachen.

Für möglichst geringe Lagerverluste empfehlen die Fachberater unter anderem:

  • Schonend roden: Verletzungen, Bruchstellen und übermäßiges Köpfen vermeiden.
  • Erdanhang reduzieren: Möglichst saubere Rüben einlagern, ohne sie durch aggressive Reinigung zu beschädigen.
  • Mieten richtig anlegen: Gut entwässerte Standorte wählen und auf ausreichende Durchlüftung achten.
  • Lagerdauer verkürzen: Rodetermine möglichst eng mit den vereinbarten Lieferterminen abstimmen.
  • Rüben bei Bedarf abdecken: Geeignete Rübenvliese können vor Niederschlägen und Frost schützen.

Gerade bei warmen Herbsttemperaturen sollte vermieden werden, größere Rübenmengen unnötig früh zu roden. Solange die Boden- und Witterungsverhältnisse es zulassen, kann ein späterer Rodetermin die Lagerverluste verringern.

Neuer Holmer-Rübenroder erreicht 812 PS

Bild © HOLMER Maschinenbau GmbH

Auch die Landtechnik entwickelt sich weiter. Auf der SugarBeet Expo 2026 stellte Holmer den neuen Terra Dos 5 High Performance mit 812 PS vor.

Der Rübenroder verfügt über einen Caterpillar-C18-Sechszylindermotor mit 18,2 Litern Hubraum und einer Leistung von 597 kW. Nach Herstellerangaben handelt es sich um den derzeit leistungsstärksten Rübenroder der Welt.

Die zusätzliche Motorleistung soll vor allem auf schweren Böden, in hügeligem Gelände und beim Einsatz breiter Rodeaggregate für eine höhere Durchsatzleistung sorgen. Dazu bietet Holmer unter anderem ein zwölfreihiges Rodeaggregat an.

Für die spätere Lagerqualität ist die hohe Motorleistung allein allerdings kein Garant. Entscheidend bleibt, wie schonend die Rüben gerodet, gereinigt und anschließend verladen werden.

Eine hohe Flächenleistung kann jedoch helfen, günstige Rodebedingungen besser auszunutzen und die Ernte innerhalb kurzer Zeitfenster abzuschließen.

Lange Lagerzeiten erhöhen das wirtschaftliche Risiko

Besonders bei späten Lieferterminen gewinnt die Mietenpflege an Bedeutung. Mit zunehmender Lagerdauer steigt die Gefahr, dass neben der normalen Veratmung zusätzliche Verluste durch Schimmel, Fäulnis oder erneuten Blattaustrieb entstehen.

Auch die Verarbeitungsqualität kann darunter leiden. Durch Veränderungen der Inhaltsstoffe können sich beispielsweise Invertzucker bilden, die die Zuckergewinnung in der Fabrik erschweren.

Für Rübenanbauer kommt es deshalb auf die Abstimmung zwischen Rodezeitpunkt, Witterung und Abfuhrtermin an. Eine möglichst kurze Lagerung bei niedrigen Temperaturen und guter Rodequalität hilft, den bereits auf dem Feld erzeugten Zucker bis zur Verarbeitung zu erhalten.

Quellen