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Kuhn Antea Intense: Neue Futtermischwagen mit smarter Steuerung

Kuhn hat seine selbstfahrenden Futtermischwagen überarbeitet und stellt die neue Baureihe Antea Intense auf der EuroTier 2026 in Hannover vor. Die Maschinen erhalten eine neu entwickelte Fahrerkabine, eine verbesserte Ladefräse und zusätzliche Automatikfunktionen für die Futterbereitung. Besonders bei der Bedienung übernimmt der Hersteller Technik aus seinem autonomen Fütterungssystem Aura.

Kuhn-Antea-Intense Futtermischwagen im Silagehof
KUHN Antea Intense. Foto: © KUHN

Die neue Generation Antea Intense 2.CL löst die bisherigen SPW-Intense-Modelle ab. Angeboten werden vier Behältergrößen mit 19, 22, 25 und 27 m³ Fassungsvermögen. Das bewährte Mischkonzept mit zwei vertikalen Schnecken bleibt erhalten. Auch die Grundform des Mischbehälters wurde weitgehend übernommen.

Neue Kabine mit besserer Sicht und weniger Lärm

Beim Fahrerarbeitsplatz hat Kuhn zahlreiche Änderungen vorgenommen. Die neue e-Visiospace-Kabine bietet mehr Platz und eine verbesserte Rundumsicht. Ihre Windschutzscheibe ist stärker nach vorne geneigt, damit sich weniger Schmutz auf dem Glas ablagert. Scheibenwischer an der Front-, Seiten- und Dachverglasung erleichtern die Sicht bei ungünstigen Witterungsbedingungen.

Durch die teilweise verglaste Dachfläche kann der Fahrer auch den oberen Arbeitsbereich der Ladefräse besser beobachten. Eine zusätzliche Geräuschdämmung soll die Belastung während längerer Fütterungseinsätze reduzieren.

Überarbeitet wurde außerdem die Bedienarmlehne. Sie ist zusammen mit dem Joystick direkt am Fahrersitz befestigt und bewegt sich dadurch mit dessen Federung. Das integrierte Terminal startet bereits beim Öffnen der Kabinentür. Die wichtigsten Maschinenfunktionen werden über einen 14-Zoll-Touchscreen gesteuert.

Ladefräse arbeitet mit automatischer Absenkung

Auch beim Beladen hat Kuhn nachgebessert. Die Fräse arbeitet weiterhin mit einer Entnahmebreite von zwei Metern, besitzt jedoch eine geänderte Messeranordnung. Zusätzliche Räumer unterstützen den Materialtransport zum Förderband. Vor allem bei langfaserigem Futter soll das den Gutfluss verbessern.

Neu ist die elektronische Absenkautomatik. Sie passt die Bewegung der Fräse an die Dichte des Futters an und soll verhindern, dass der Rotor bei hoher Belastung blockiert. Der Fahrer muss die Absenkgeschwindigkeit dadurch nicht ständig selbst korrigieren.

Die Fräse verfügt über eine Antriebsleistung von rund 200 PS. Ein 800 mm breites Förderband transportiert das aufgenommene Futter zum Mischbehälter. Der überarbeitete Fräsarm ist so angeordnet, dass sich das verfügbare Behältervolumen möglichst vollständig ausnutzen lässt.

Librafeed automatisiert das Mischen und Dosieren

Eine wesentliche Neuerung steckt in der Maschinensteuerung. Das Wiege- und Managementsystem Librafeed verbindet die Futterverwiegung mit den hydraulischen Funktionen des Mischwagens. Für einzelne Rationen können unter anderem Futtermengen, Mischdauer, Schneckendrehzahl und weitere Arbeitsparameter vorgegeben werden.

Einmal gespeicherte Einstellungen lassen sich bei späteren Fütterungen erneut verwenden. Dadurch muss der Fahrer weniger Arbeitsschritte manuell ausführen. Gleichzeitig soll die gleichbleibende Zusammensetzung der Mischration erleichtert werden.

Die Einstellungen können über einen Computer oder ein Smartphone vorbereitet und angepasst werden. Maschinen- und Fütterungsdaten lassen sich über die Cloud-Anbindung abrufen. Kuhn bietet dafür unterschiedliche Ausbaustufen von Librafeed an.

Ein Teil der Softwaretechnik stammt aus dem vollständig autonomen Futtermischwagen Aura. Anders als dieser benötigt der Antea jedoch weiterhin einen Fahrer. Die Automatisierung beschränkt sich auf einzelne Abläufe beim Laden, Mischen und Verteilen.

Für die direkte Bestimmung des Feuchtigkeitsgehalts mittels NIRS-Sensor ist eine zusätzliche Softwarelösung erforderlich.

Volvo-Motor mit 250 PS und optionale Allradlenkung

Der Antea Intense 2.CL wird von einem Volvo-Motor mit 250 PS angetrieben, der hinter dem Mischbehälter untergebracht ist. Die Maschine verfügt über einen hydrostatischen Fahrantrieb und ist für Höchstgeschwindigkeiten von 25 oder 40 km/h erhältlich.

Serienmäßig wird über die Vorderachse gelenkt. Auf Wunsch ist eine Allradlenkung verfügbar, mit der sich der Wendekreis auf rund 6,5 Meter reduzieren lässt. Das erleichtert das Rangieren in engen Hofanlagen und Stallgebäuden.

Für die Futterverteilung nutzt der Zweischneckenmischer ein vorne angeordnetes Querförderband hinter der Kabine. Zusätzliche Austragsmöglichkeiten stehen für Betriebe zur Verfügung, deren Stallgebäude besondere Anforderungen an die Futterablage stellen.

Kuhn bietet außerdem mehrere Ausstattungspakete an. Dazu gehören verschleißfestere Mischschnecken und Behälterauskleidungen aus K-Nox-Stahl sowie zusätzliche Komfortausstattungen. Je nach Paket sind beispielsweise weitere Kameras, eine Sitzheizung und andere Ausstattungsoptionen erhältlich.

Neue Futtermischwagen sollen 2027 auf den Markt kommen

Mit dem Antea Intense richtet sich Kuhn vor allem an größere Milchviehbetriebe und überbetriebliche Fütterungsgemeinschaften. Das Angebot mit bis zu 27 m³ Behältervolumen eignet sich insbesondere für Betriebe, die täglich größere Futtermengen mischen und verteilen müssen.

Die neue Steuerung dürfte vor allem dort interessant sein, wo mehrere Mitarbeiter denselben Futtermischwagen bedienen. Gespeicherte Fütterungsprogramme können dazu beitragen, Unterschiede zwischen einzelnen Fahrern zu verringern.

Nach der Vorstellung auf der französischen Fachmesse Space im September 2026 zeigt Kuhn die neue Baureihe vom 10. bis 13. November auf der EuroTier in Hannover. Die Markteinführung ist für 2027 vorgesehen.

Quellen