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Nordzucker kämpft mit Preisdruck und Wetterrisiken bei Rübenernte

Die Rübenkampagne 2026/27 des Braunschweiger Zuckerproduzenten Nordzucker steht unter schwierigen Bedingungen. Während Wetterkapriolen und Krankheiten die Ernte beeinträchtigen, hat der anhaltende Preisverfall auf dem Zuckermarkt nun spürbare Auswirkungen auf die Einnahmen der Landwirte. Die Rübenbauern müssen sich auf sinkende Preise einstellen.

Nordzucker startet ohne klare Ernteprognosen

Der Beginn der Kampagne 2026/27 erfolgt ohne konkrete Angaben zur erwarteten Rübenmenge oder zum Zuckergehalt. Laut Nordzucker-Chef Lars Gorissen haben sich die Rüben in vielen Anbauregionen aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen bisher nicht optimal entwickelt. Der weitere Wachstumserfolg und der Zuckergehalt hängen nun entscheidend von den Wetterbedingungen der kommenden Wochen ab, weshalb derzeit keine verlässlichen Ernteprognosen möglich sind.

Marktlage: Preisdruck und steigende Kosten

Nach einer Überversorgung sowohl auf dem Weltmarkt als auch innerhalb der EU befindet sich der Zuckerpreis seit längerer Zeit im Sinkflug. Eckhard Hinrichs, Vorsitzender des Dachverbands Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ), warnt davor, dass dieser Preisverfall in der laufenden Kampagne die Landwirte hart treffen wird. Die Betriebe sehen sich gleichzeitig mit steigenden Kosten konfrontiert, insbesondere für Treibstoffe und Düngemittel. Zudem schaffen politische Unsicherheiten wie die Diskussion über eine mögliche Zuckersteuer zusätzliche Herausforderungen für den Rübenanbau in Deutschland.

Wetter und Krankheiten als weitere Herausforderung

Neben den Marktbedingungen bleibt das Wetter ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor für die Landwirtschaft. Nordzucker hebt hervor, dass sich die Rübenbestände in vielen Regionen bislang nicht optimal entwickelt haben. Ob ausreichende Masse und Zucker noch eingelagert werden können, hängt vom weiteren Verlauf der Witterung ab. Zusätzlich steigt regional das Risiko von Krankheiten wie SBR/Stolbur, was durch die Schilf-Glasflügelzikade übertragen wird und zu Ertrags- und Qualitätseinbußen führen kann.

Im Raum Hannover, Braunschweig und Hameln rechnet der DNZ noch mit einer durchschnittlichen Ernte, während weiter östlich aufgrund geringerer Niederschläge zurückhaltendere Erwartungen bestehen. Europaweit könnte das gemeinsame Auftreten von SBR und Stolbur zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden führen und möglicherweise eine Verknappung des Zuckers zum Jahresende bewirken.

Kampagnenstart von Polen bis Finnland

Die diesjährige Nordzucker-Kampagne begann an den polnischen Standorten Chełmża und Opalenica. Anschließend folgen Werke in Litauen, Deutschland, Schweden, Dänemark und Finnland mit ihren Produktionsläufen. In Schladen bei Wolfenbüttel sowie im dänischen Nykøbing wird erneut zunächst Bio-Zuckerrüben verarbeitet. Laut Unternehmensangaben soll die Kampagne bis Mitte Januar laufen.