Die Landwirtschaft in Bayern steht vor erheblichen Herausforderungen. Von 2023 bis 2025 reduzierte sich die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe um etwa 2.600, was einem jährlichen Rückgang von 1,3 % entspricht. Besonders betroffen ist die Tierhaltung, obwohl die Gewinne der Landwirte steigen. Dieser Trend wird im Bayerischen Agrarbericht 2026, präsentiert von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, detailliert beschrieben.
Strukturwandel und wirtschaftliche Entwicklung
In Bayern existieren derzeit rund 98.000 landwirtschaftliche Betriebe, die insgesamt etwa 3,1 Millionen Hektar Land bewirtschaften. Damit liegt fast ein Drittel aller deutschen Betriebe im Freistaat. Der durchschnittliche bayerische Hof umfasst 31,6 Hektar und ist damit weniger als halb so groß wie der bundesdeutsche Durchschnitt. Trotz steigender Kosten und wachsender Anforderungen bleibt der Strukturwandel laut dem Landwirtschaftsministerium auf einem niedrigen Niveau.
Wirtschaftlich gesehen verzeichneten die bayerischen Haupterwerbsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2024/2025 einen durchschnittlichen Gewinn von etwa 85.100 Euro, was eine Steigerung um 13 % im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Besonders tierhaltende Betriebe profitierten durch verbesserte Erlöse. Die Investitionsbereitschaft bleibt hoch: Im Rahmen des Agrarinvestitionsförderprogramms wurden Investitionen von über 350 Millionen Euro genehmigt, wobei 72 % auf die Milchviehhaltung entfielen.
Tierhaltung unter Druck
Trotz wirtschaftlicher Erfolge bereitet insbesondere der Rückgang in der Tierhaltung Sorgen. Der Rinderbestand sank in den letzten zwei Jahren um rund 91.000 Tiere. Auch bei den Milchviehhaltern und in der Schweinehaltung sind Rückgänge zu verzeichnen, mit einem Verlust von etwa 9.600 Schweinen. Kaniber betonte, dass die Politik nicht jede Veränderung verhindern könne, aber es wichtig sei, keine zukunftsfähigen Betriebe durch Bürokratie oder unklare Vorgaben zu verlieren.
Bedeutung der Landwirtschaft für Bayerns Wirtschaft
Bayerns Agribusiness hat erheblichen Einfluss auf die gesamte Wirtschaft des Bundeslandes: Es generierte 2024 einen Umsatz von rund 182 Milliarden Euro und sicherte etwa 942.000 Arbeitsplätze. Das Ernährungsgewerbe trug dazu mit etwa 51,6 Milliarden Euro Umsatz und rund 272.000 Arbeitsplätzen bei.
Zudem haben viele landwirtschaftliche Betriebe zusätzliche Einkommensquellen erschlossen, etwa durch Direktvermarktung oder erneuerbare Energien.
KULAP-Programm und politische Forderungen
Mehr als 60.000 Landwirte nehmen am Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) teil und erhielten allein im Jahr 2025 rund 286 Millionen Euro. Kaniber fordert eine Reduzierung von Bürokratie und Unterstützung bei Investitionen sowie verlässliche Rahmenbedingungen für die Tierhaltung.
Bayern müsse sicherstellen, dass auch zukünftige Generationen bereit sind, Höfe weiterzuführen und weiterzuentwickeln, so Kaniber abschließend.
