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Forscher entwickeln System zur Erkennung von Schweine-Stresslauten

Die Analyse von Schweinelauten könnte zukünftig eine wichtige Rolle bei der Überwachung des Tierwohls in landwirtschaftlichen Betrieben spielen. Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule Hannover haben erforscht, wie sich verschiedene Lautäußerungen von Mastschweinen unter konventionellen Haltungsbedingungen unterscheiden lassen, um automatisierte Überwachungssysteme zu entwickeln.

Erfassung und Kategorisierung der Schweinelautäußerungen

In einem Maststall mit ungefähr 330 Plätzen wurden über einen Zeitraum von sechs Tagen Videound Tonaufnahmen durchgeführt. Während dieser Zeit sammelten die Forscher insgesamt 1.705 Kombinationen aus Verhaltensweisen und Lauten der Schweine. Diese wurden in drei Hauptkategorien eingeteilt: „positiv/neutral“, „negativ“ und „Sonstiges“. Zu den nicht direkt zuordenbaren Geräuschen zählten unter anderem Husten, Niesen und Ohrenschütteln.

Ergebnisse der Untersuchung

Rund 60 Prozent der erfassten Lautäußerungen wurden als positiv oder neutral bewertet, wobei das Grunzen die am häufigsten vorkommende war. Etwa 38 Prozent der Laute fielen in die Kategorie negativ. Diese beinhalteten Konfliktlaute wie Kämpfe um Futter oder unerwünschten körperlichen Kontakt. Es wurde festgestellt, dass negative Laute im Vergleich zu positiven oder neutralen signifikant höhere Frequenzen und Amplituden aufweisen.

Potenzial für automatisierte Systeme

Die Ergebnisse zeigen, dass eine grobe Unterscheidung zwischen negativen und positiven bzw. neutralen Lauten möglich ist, was ein wichtiger Schritt zur Entwicklung automatisierter Tierwohl-Überwachungssysteme sein könnte. Allerdings bleibt eine detaillierte Differenzierung, beispielsweise zwischen Schmerz- und Aggressionslauten, bislang schwierig umzusetzen.

Notwendigkeit weiterer Forschung

Um zuverlässige Echtzeitüberwachungen in unterschiedlichen Betrieben zu ermöglichen, sind weitere Studien notwendig. Die Forscher betonen die Bedeutung kontextbezogener Informationen aus Verhaltensanalysen mittels Videoaufzeichnungen zur Verbesserung der Klassifizierung von Schweinelauten.