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Steigende Jungbullenpreise in Deutschland: Knappes Angebot treibt Anstieg

Der deutsche Rindermarkt zeigt derzeit eine deutliche Preisdynamik: Während die Preise für Jungbullen steigen, stehen Schlachtkühe unter zunehmendem Vermarktungsdruck. Der aktuelle Marktbericht der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) verdeutlicht die Lage.

Steigende Jungbullenpreise trotz knapper Verfügbarkeit

Laut VEZG gibt es bei Jungbullen der Klasse R3, zu denen Fleckvieh und Fleischrassen gehören, einen Preiszuwachs von 5 Cent pro Kilogramm Schlachtgewicht (SG), sodass der Preis nun bei 6,25 Euro/kg SG liegt. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen berichtet von einem begrenzten Angebot an Schlachtrindern in der Vorwoche, das jedoch schnell vermarktet werden konnte. Besonders Jungbullen seien nicht im Überfluss verfügbar gewesen, was zu einer festeren Preistendenz führte.

Auch aus Schleswig-Holstein wird ein ähnliches Bild gezeichnet: Trotz des hohen Preisniveaus und den daraus resultierenden Herausforderungen für die Schlachter sind die angebotenen Mengen ausreichend, um die Preise zu stabilisieren. Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) erwartet ebenfalls, dass sich der Trend fortsetzt, da mit kühleren Temperaturen und dem saisonalen Bedarf nach bestimmten Fleischstücken die Nachfrage im Herbst üblicherweise anzieht.

Druck auf den Schlachtkuhmarkt nimmt zu

Bei Schlachtkühen ist die Situation komplexer. Während in einigen Regionen das Angebot knapp ist, berichten andere von reichlichen Beständen. Der VEZG-Grundpreis bleibt unverändert, aber der HF3-Zuschlag wurde erneut um 10 Cent gesenkt. Die AMI weist darauf hin, dass die Preise für Schlachtkühe im Vergleich zum Vorjahr mehr als 1 Euro/kg niedriger sind.

Schlachtunternehmen haben den Druck ab Mitte des Monats verstärkt und beklagen hohe Rohstoffpreise sowie Schwierigkeiten in der Fleischvermarktung. Zudem könnten steigende Futtermittelkosten dazu führen, dass Landwirte mehr Kühe zur Schlachtung anbieten, was den Druck auf die Preise weiter erhöht.

Preisentwicklung in Deutschland und Europa

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) meldet ebenfalls einen Anstieg der Schlachtpreise in Deutschland. In Kalenderwoche 37 lag der Durchschnittspreis für Jungbullenfleisch bei 6,36 Euro/kg SG, was einem Plus von 6 Cent pro Kilogramm gegenüber der Vorwoche entspricht. Kuhfleisch erzielte durchschnittlich 5,00 Euro/kg SG, ein leichter Anstieg um 4 Cent im Vergleich zur Vorwoche.

Auch auf EU-Ebene zeigen sich steigende Preise. Die EU-Kommission berichtet von einem Preiszuwachs bei Jungbullen der Handelsklasse R3 um 0,6 Prozent auf durchschnittlich 638,49 Euro pro 100 kg SG. Der deutsche Preis übertraf mit 648,91 Euro/100 kg SG das EU-Mittelmaß. Für O3-Schlachtkühe stiegen die Preise ebenfalls leicht an: Der EU-Durchschnitt lag bei 545,29 Euro/100 kg SG.