Die weltweite Rindfleischproduktion steht vor einem Rückgang von 2 % im Jahr 2026, wie der jüngste Bericht der Rabobank zeigt. Dieser abnehmende Trend betrifft bedeutende Märkte wie die USA, Brasilien, China und Europa und wird voraussichtlich auch in den kommenden zwölf Monaten anhalten.
Verschiebungen im globalen Handel
Laut der Zeitschrift Ontario Farmer führen ein sinkendes Angebot sowie Zölle und Importbeschränkungen zu einer Veränderung der Handelsströme. Diese Entwicklungen wirken sich auf die Verfügbarkeit von Rindfleisch aus und beeinflussen den internationalen Markt erheblich.
USA importieren Rekordmengen
In den USA hat die Verringerung der innerstaatlichen Produktion zusammen mit einem historisch niedrigen Rinderbestand zu außergewöhnlich hohen Rindfleischimporten geführt. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichneten die USA einen Anstieg dieser Importe um 11 % im Vergleich zum Vorjahr, was einen Rekordwert von 3,3 Milliarden Pfund (etwa 1.496.854 Tonnen) erreichte.
Länder wie Australien, Mexiko und Argentinien haben ihre Exporte in die USA deutlich erhöht. Ihre Lieferungen stiegen um 44.905 Tonnen, 41.276 Tonnen bzw. 32.205 Tonnen. Während des zweiten Quartals erreichten die Preise für Rinder und Rindfleisch in nahezu allen wichtigen US-Marktsegmenten Höchststände, bevor sie im dritten Quartal drastisch sanken.
Druck auf Rinderpreise
Der Einzelhandelspreis für frisches Rindfleisch in den USA erreichte laut dem US-Landwirtschaftsministerium (USDA) im April einen Spitzenwert von 10 US-Dollar pro Pfund. Die Preise für Mastochsen lagen bei durchschnittlich 5,17 USD bzw. 3,68 USD pro Pfund für Tiere mit einem Gewicht von 500 beziehungsweise 800 Pfund. Der Durchschnittspreis für gemästete Bullen wurde im Mai mit 2,59 USD pro Pfund angegeben.
Seit diesen hohen Werten sind die Preise um 8 bis 16 % gefallen, was zu einem Rückgang der Einkünfte landwirtschaftlicher Betriebe um geschätzte 200 bis 500 US-Dollar pro Tier führt.
Zukünftige Entwicklungen im Handel
Trotz der Preisrückgänge konnten Großhandelskunden durch bestehende Lagerbestände an gefrorenem Rindfleisch weiteren Preiserhöhungen während der Grillsaison entgegenwirken. In der zweiten Jahreshälfte könnte es durch Änderungen im internationalen Handel zu einem Anstieg des Rindfleischangebots auf dem US-Markt kommen.
Länder wie Australien und Brasilien könnten stärker auf die Nachfrage aus den USA angewiesen sein, da ihre Exporte nach China an die Grenzen der Schutzquoten stoßen. Zudem hat die Trump-Regierung beschlossen, die Importquoten um zusätzliche 300.000 Pfund (etwa 136 Tonnen) zu erweitern.
