Die globale Weizenproduktion für die Saison 2026/27 wird laut dem Internationalen Getreiderat (IGC) voraussichtlich bei 816,7 Millionen Tonnen liegen. Während dies über dem Durchschnitt vergangener Jahre liegt, ist es dennoch ein Rückgang von etwa 3,2 % im Vergleich zum Rekordjahr zuvor. Diese Entwicklung wird hauptsächlich durch geringere Ernten in wichtigen Exportländern beeinflusst.
Rückgang der EU-Weizenproduktion
Besonders in der Europäischen Union wird ein deutlicher Rückgang der Weizenerträge erwartet. Die Produktion soll auf 133,9 Millionen Tonnen sinken, was einem Minus von 9,5 Millionen Tonnen entspricht. In Frankreich sind die Erträge rückläufig, während Rumänien trotz einer Rekordernte qualitative Einbußen hinnehmen muss. Das Vereinigte Königreich verzeichnete eine ungewöhnlich schnelle Ernte unter extrem trockenen Bedingungen, wobei die Ergebnisse regional stark variierten. Die Gesamtprognose wurde hier um 1,5 Millionen Tonnen auf 12 Millionen Tonnen gesenkt.
Russland hat bereits mehr als die Hälfte seiner Anbauflächen abgeerntet, obwohl nasse Böden und Treibstoffengpässe das Tempo der Arbeiten behindern. Dennoch könnte die Gesamtproduktion aufgrund hoher Winterweizenerträge bei etwa 88,4 Millionen Tonnen liegen, leicht unter dem Vorjahreswert von 90,3 Millionen Tonnen.
Klimatische Herausforderungen in Nordamerika
In den USA wird die Weizenproduktion voraussichtlich auf den niedrigsten Stand seit 1970/71 fallen und um 22,8 % auf 41,7 Millionen Tonnen zurückgehen. Eine signifikante Dürre hat insbesondere in den südlichen Plains zu einem Rückgang der Winterweizenernte um 29 % geführt. Auch für Sommerweizen sind die Aussichten ungünstig.
Klimatische Bedingungen beeinträchtigten auch Kanadas Weizenproduktion: Trotz einer erwarteten Produktivität über dem jüngsten Durchschnitt wegen günstiger Niederschläge zu Jahresbeginn wird ein Rückgang um 3,7 Millionen Tonnen auf insgesamt 36,3 Millionen Tonnen erwartet.
Anhaltender Anstieg des weltweiten Verbrauchs
Trotz der Produktionsrückgänge steigt der weltweite Weizenverbrauch weiterhin an und wird voraussichtlich einen Rekordwert von 826 Millionen Tonnen erreichen – das sind drei Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr. Kürzungen im Nahrungsmittel- und Industrieverbrauch werden durch eine erhöhte Futternutzung teilweise kompensiert.
Sinkende Endbestände und Handelsverschiebungen
Laut IGC-Prognosen werden die globalen Endbestände bis zum Ende der Saison 2026/27 auf 275,2 Millionen Tonnen sinken – das ist ein Rückgang von 3,3 % gegenüber dem Vorjahresrekord. Bestandsaufbauten in Regionen wie Südasien und Nordafrika werden durch Rückgänge in Nordamerika und Europa ausgeglichen.
Zudem dürfte der Welthandel mit Weizen um etwa 5,6 % niedriger sein als im Vorjahr. Besonders die Importe in Nordafrika und einigen Teilen Asiens könnten zurückgehen, während Amerika – insbesondere Mexiko und Brasilien – aufgrund eines gestiegenen Importbedarfs mehr Lieferungen erhalten dürfte.
Anhaltende Herausforderungen im Schwarzmeer-Verkehr
Dauerhafte Probleme im Schiffsverkehr zwischen Russland und der Ukraine beeinträchtigen ebenfalls den Markt. Prognosen für wichtige Abnehmerländer wie Ägypten und Kenia wurden gesenkt. In Kenia tragen zudem Verzögerungen bei Zollgenehmigungen zur Unsicherheit bei.
