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Dürre 2026: Milchbauer kämpft mit Futtermangel und Ernteausfällen

Hitze und Trockenheit haben im Jahr 2026 die Futterernte von Milchviehbetrieben erheblich beeinträchtigt. Stefan Vogelsang, ein Milchbauer, der etwa 180 Kühe hält, befürchtet, dass er seinen Tierbestand reduzieren muss, wenn sich die Wetterbedingungen nicht verbessern.

Unzureichender Niederschlag verschärft die Lage

Obwohl es kürzlich 25 Liter Regen pro Quadratmeter gab, hat dies kaum zur Verbesserung der Bodenfeuchtigkeit beigetragen. Laut Vogelsang drang das Wasser lediglich in die obersten zehn Zentimeter des Bodens ein, während darunter alles trocken blieb. Diese Situation beschreibt er als „Tropfen auf den heißen Stein“, da die Feuchtigkeit voraussichtlich schnell verdunsten wird.

Hohe Kosten für Nachsaat

Die Auswirkungen der Trockenheit sind besonders auf den Grünflächen sichtbar. Die Wiesen sind größtenteils vertrocknet und müssen nachgesät werden. Vogelsang rechnet mit Kosten zwischen 6.000 und 7.000 Euro allein für das Saatgut seiner 50 Hektar Dauergrünland. Eine rechtzeitige Regenperiode hätte diese Kosten vermeiden können und die Futterversorgung gesichert.

Mangelnde Futtermenge trotz guter Qualität

Das Jahr begann mit einer vielversprechenden Grassilage-Ernte, die eine hohe Energiedichte aufwies. Allerdings reicht die Menge nicht aus, um den Bedarf zu decken. Bereits jetzt ist ein Großteil des Futters verbraucht, was Vogelsang dazu zwingt, Alternativen wie Zukauf oder Tierbestandsreduktion in Betracht zu ziehen. Dies verstärkt den wirtschaftlichen Druck auf den Betrieb.

Wirtschaftliche Schwierigkeiten durch niedrige Milchpreise

Zusätzlich zum Futtermangel belasten niedrige Milchpreise den Betrieb erheblich. Dies wird durch ein hohes Milchangebot verstärkt, einschließlich Importen aus dem Ausland. Die Kombination aus steigenden Kosten und geringeren Einnahmen stellt Vogelsang vor große Herausforderungen.

Anpassung an Klimaveränderungen notwendig

Laut Stefan ist eine Anpassung der landwirtschaftlichen Praktiken unerlässlich, um zukünftigen Wetterextremen standzuhalten. Dies erfordert jedoch finanzielle Investitionen in Infrastruktur und Technologie, für die erfolgreiche Jahre notwendig sind.

Hitzestress senkt Milchleistung

Neben der Dürre haben auch extreme Temperaturen den Kühen zugesetzt. Trotz Maßnahmen wie isolierten Stalldächern und Lüftern sank die Milchleistung zeitweise erheblich. Auch jüngere Tiere wurden von der Hitze stark beeinträchtigt.

Frühe Maisernte unumgänglich

Aufgrund der Trockenheit muss Vogelsang seine Maisernte vorziehen, da die Pflanzen bereits Erntereife erreicht haben und Gefahr laufen, übermäßig Stickstoff aufzunehmen. Dies könnte beim Silieren zu gefährlichen Gasen führen.

Zukunftsweisende Ansätze in der Maiszüchtung

Züchtungsansätze wie Short-Corn-Mais könnten in Zukunft Vorteile bieten. Diese Sorten zeichnen sich durch eine geringere Wuchshöhe und höhere Bestandesdichten aus und versprechen eine bessere Verdaulichkeit für Kühe. Derartige Entwicklungen benötigen jedoch noch Zeit zur Marktreife.

Trotz aller Schwierigkeiten hofft Stefan Vogelsang weiterhin auf bessere Jahre, um seinen Betrieb langfristig zu sichern und an klimatische Herausforderungen anzupassen.