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Sinkende Biomilchpreise: Angebot übertrifft Vorjahresniveau deutlich

Die Biomilchpreise in Deutschland befinden sich seit Jahresbeginn auf einem Abwärtstrend. Im Juli fiel der Auszahlungspreis mancher Biomolkereien unter die Marke von 60 Cent pro Kilogramm. Bereits im Mai lagen die Preise erstmals unter denen des Vorjahreszeitraums. Experten vermuten, dass eine höhere Milchproduktion im Vergleich zum Vorjahr zu diesem Preisverfall beigetragen hat. Der Preisunterschied zwischen Bio- und konventioneller Milch beträgt derzeit 25 Cent pro Kilogramm und ist somit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr, als er nur bei 11 Cent lag.

Preisrückgang setzt sich fort

Im Juni betrug der Unterschied zu den Vorjahrespreisen etwa 1 Cent, meldet die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Die aktuellen Daten zeigen, dass der Rückgang im Juli weiter an Tempo gewonnen hat. Nach Angaben von Bioland haben allein im Juli zwölf Molkereien ihre Preise gesenkt. Einige Molkereien, darunter Schwarzwaldmilch und Biomolkerei Upländer, berichten von Preisen, die deutlich unter 60 Cent gerutscht sind.

Die BLE ermittelte für Juni einen Biomilchpreis von durchschnittlich 63,68 Cent bei natürlichem Fettgehalt und 64,28 Cent bei einem Fettgehalt von 4 %. Auch der Milchindustrieverband (MIV) bestätigt den Rückgang der Erzeugerpreise bei Biomilch im Vergleich zum Vorjahr. Ein wesentlicher Faktor für den Preisdruck ist die gestiegene Milchanlieferung: Im Juni stieg diese um 5,7 % gegenüber dem Vorjahr, während es im März noch ein Anstieg von 8,7 % war. Diese Erhöhung belastet den Markt erheblich.

Dürre könnte Preise stabilisieren

Die Dürreperioden und der daraus resultierende Futtermangel könnten jedoch den Milchzuwachs in wichtigen Biomilchregionen wie Bayern und Baden-Württemberg abbremsen und somit die Preise stabilisieren. In Bayern, wo fast die Hälfte der deutschen Biomilch produziert wird, stieg die Milchanlieferung im Juni nur um 2 % nach einem Zuwachs von 5,6 % im März.

Regional große Unterschiede

Trotz des Preisverfalls bleibt der Abstand zu konventioneller Milch erheblich. Während konventionelle Milch seit April wieder teurer wird, fallen die Preise für Biomilch weiter. Der Unterschied beträgt aktuell gut 25 Cent pro Kilogramm. Die höchsten Preise erhalten bayerische Molkereien mit rund 64,9 Cent je Kilogramm bei einem Fettgehalt von 4 %, während Schleswig-Holstein mit 60,78 Cent am unteren Ende liegt.

In Niedersachsen zahlen Molkereien etwa 64,81 Cent, in Nordrhein-Westfalen hingegen nur 62 Cent. Laut MIV bewegen sich die Verbraucherpreise für Milchprodukte derzeit seitwärts; Verkaufsaktionen tragen dazu bei, dass Produkte wie Weidemilch und Quark häufiger gekauft werden. Trotz rückläufiger Mengen stabilisieren gute Verkaufszahlen das Angebot und damit auch letztlich die Preise für (Bio)Milcherzeuger.