Die fortschreitende Technologie in der Landwirtschaft hat Fendt veranlasst, neue Funktionen für ihre Vario-Traktoren einzuführen, die sowohl die Bedienung als auch die Sicherheit verbessern sollen. Besonders bemerkenswert ist, dass diese Neuerungen nicht nur für neue Modelle, sondern auch für ältere Traktoren verfügbar sind, was durch kostenfreie Updates oder Hardware-Nachrüstungen ermöglicht wird.
Verbesserte Funktionen für bestehende Modelle
Fendt hat angekündigt, dass ausgewählte Vario-Modelle von den neuen Funktionen profitieren können. Ein Beispiel ist der Anhänger-Brems-Assistent (Trailer Brake Assistant), der speziell beim Bergabfahren für mehr Stabilität sorgt. Diese Funktion wird automatisch auf Modelle wie den Fendt 300 Vario Gen5 bis 800 Vario Gen5 per Softwareupdate übertragen, sofern sie bereits mit dem System ausgestattet sind.
Für die Umsetzung des TMS Flex-Systems, das eine flexiblere Bedienung von Fahrpedal und Fahrhebel ermöglicht, ist jedoch eine komplexere Nachrüstung erforderlich. Diese umfasst einen neuen Multifunktionsjoystick und neue Fahrzeugsoftware, die in einer Werkstatt installiert werden müssen. Die betroffenen Modelle reichen vom 200 Vario Gen3 bis zum 1000 Vario Gen2.
Sicherheitsaspekte und Spurführung
Der Anhänger-Brems-Assistent ist nicht neu, wurde jedoch weiterentwickelt. Fahrer können nun vor engen Kurven aktiv eingreifen und die Bremswirkung individuell anpassen. Dies geschieht über eine Taste am Joystick, mit der ein fester Bremsdruck von 1,6 bar abgerufen oder proportional bis 4,4 bar dosiert werden kann.
Zudem hat Fendt seine Spurführungsfunktionen erweitert. Seit einem Update im Juni 2026 können Landwirte mehrere Vorgewendelinien speichern und somit flexibler auf unterschiedliche Arbeitsbreiten reagieren. Diese Funktion ist besonders vorteilhaft in Betrieben mit variierenden Maschinenbreiten.
Herstellerübergreifende Kooperationen
Ein weiterer Fortschritt ist die Einführung des AEF TRACK-Standards. Dieser herstellerübergreifende ISOBUS-Standard ermöglicht es Traktoren und Anbaugeräten, Informationen über ihre aktuelle Spur auszutauschen. Dies soll die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Geräten erleichtern und automatisierte Prozesse unterstützen.
Prozess der Aktualisierung
Fendt setzt bei seinen Updates auf eine Zusammenarbeit mit Händlern: Landwirte können die Updates nicht selbst installieren; dies muss durch einen autorisierten Händler erfolgen. Während die Software selbst kostenlos bereitgestellt wird, können für den Installationsservice Kosten anfallen.
Zukunftsaussichten und Autonomie
In den USA sowie Kanada und Australien bietet Fendt bereits Autonomie-Pakete an – diese ermöglichen Traktoren beispielsweise das eigenständige Arbeiten mit einem Überladewagen oder bei der Bodenbearbeitung. Ein Marktstart in Deutschland für diese Technologie steht jedoch noch aus.
