Die französische Kartoffelproduktion steht vor einer beispiellosen Herausforderung, da eine Serie von Hitzewellen und Wassermangel zu einem historischen Rückgang der Ernte geführt haben. Nach Angaben des Produzentenverbandes UNPT wird für das Jahr 2026 ein Produktionsrückgang von etwa 23 % erwartet, was einem Verlust von nahezu zwei Millionen Tonnen im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Erheblicher Flächenrückgang verschärft die Lage
Bereits im Jahr 2025 waren die Anbauflächen aufgrund einer Überproduktion in Europa deutlich reduziert worden – in Frankreich um 10 % und in Nordwesteuropa sogar um 11 %. Nun wird die Situation durch den Klimawandel weiter verschärft. Der durchschnittliche Ertrag pro Hektar könnte auf 37,4 Tonnen sinken, was einen Rückgang von 14 % im Vergleich zu 2025 und 13 % unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre bedeutet. Diese Entwicklung markiert den niedrigsten Ertrag seit über drei Jahrzehnten.
Probleme in allen Vermarktungsbereichen
Nicht nur der Frischmarkt ist betroffen, sondern auch die industrielle Verarbeitung und die Stärkeproduktion leiden unter den schlechten Erträgen. Die Bauern sehen sich mit kleineren Knollen, variierenden Trockensubstanzgehalten und physiologischen Schäden konfrontiert, was die Vermarktung zusätzlich erschwert.
Anpassungen und Unterstützung gefordert
Laut UNPT sollten Abnehmer ihre Qualitätsanforderungen sowie Annahmekriterien überdenken, um sicherzustellen, dass so viele Kartoffeln wie möglich trotz der schwierigen Bedingungen vermarktet werden können. Damit ließen sich weitere Verluste vermeiden.
Zudem besteht bei bestehenden Lieferverträgen Konfliktpotenzial, da Landwirte möglicherweise gezwungen wären, nicht produzierte Mengen auf dem freien Markt zu erwerben. Der Verband verweist auf Schutzmaßnahmen durch die französischen EGAlim-Gesetze und fordert von Branchenorganisationen wie CNIPT und GIPT schnelle Lösungen.
Finanzielle Unterstützung dringend erforderlich
Die wirtschaftlichen Schäden für die französischen Kartoffelerzeuger könnten sich laut UNPT auf mindestens 400 Millionen Euro belaufen. Angesichts dieser Situation fordert der Verband ein umfangreiches staatliches Hilfsprogramm. Die Dringlichkeit ist hoch, da die Planung für die Anbaufläche im Jahr 2027 bereits begonnen hat.
