Die französische Wettbewerbsbehörde hat der Fusion der beiden südfranzösischen Genossenschaften Maïsadour und Euralis zugestimmt, jedoch unter strengen Auflagen. Der Zusammenschluss, der bis 2027 abgeschlossen sein soll, führt zu einem Unternehmen mit etwa 9.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 3 Milliarden Euro. Diese Fusion zielt darauf ab, die Unternehmen besser auf die dynamischen Veränderungen im Agrar- und Lebensmittelsektor vorzubereiten.
Veränderungen im Saatgutmarkt
Bereits in den vergangenen Jahren haben sich beide Genossenschaften strategisch neu ausgerichtet. Die Saatgutsparte von Euralis fusionierte 2020 mit Caussade und vertreibt seitdem ihre Produkte unter dem Markennamen Lidea. Auch Maïsadour änderte schon zuvor den Namen seiner Saatgutsparte zu MAS Seeds. Die beiden Genossenschaften sind seit den 1930er Jahren aktiv und dominieren nicht nur im Bereich Maissaatgut, sondern auch bei der Produktion von Foie Gras.
Bedenken der Kartellbehörde
Die Fusion war bereits im Jahr 2023 in einem anderen Geschäftsbereich gescheitert, da kartellrechtliche Bedenken bestanden. Um eine Monopolstellung zu vermeiden und Preissteigerungen zu verhindern, müssen die Unternehmen bis Juli 2031 bedeutende Geschäftsteile veräußern. Die französische Kartellbehörde äußerte Sorge über mögliche negative Auswirkungen auf die Verkaufs- und Einkaufsalternativen für Landwirte sowie über potenzielle Preiserhöhungen bei Foie Gras.
Zwangsverkäufe zur Sicherung des Wettbewerbs
Um den Bedenken der Behörde entgegenzuwirken, sind weitreichende Maßnahmen geplant: Im Bereich Geflügel und Foie Gras müssen die Tochtergesellschaft Canadour und die Marke Sarrade verkauft werden, was mit einer Reduktion des Produktionsvolumens um mindestens zwei Millionen Enten einhergeht. Zusätzlich wurden bereits Marken wie Comtesse du Barry veräußert. Im Getreidehandel sollen insgesamt zwölf Annahmestandorte an Konkurrenten abgegeben werden, um den Landwirten weiterhin Wahlmöglichkeiten beim Verkauf ihrer Ernte zu gewährleisten.
Vergleichbare Strukturen bei Euralis und Maïsadour
Beide Genossenschaften bringen ähnliche Größenordnungen in die Fusion ein: Euralis erzielt mit seinen 5.300 Mitglieds-Landwirten einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro und beschäftigt 4.600 Mitarbeiter in 18 Ländern. Maïsadour hat 5.000 Mitglieder, beschäftigt 4.300 Mitarbeiter in 13 Ländern und erwirtschaftet einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro. Bis zur endgültigen Fertigstellung des Zusammenschlusses agieren beide weiterhin unabhängig voneinander.
