Die Weizenkurse am internationalen Markt erleben derzeit eine volatile Phase. Während Blockaden an den Exporthäfen im Schwarzen Meer die Preise stützen, kam es zuletzt zu einem leichten Rückgang. Trotz dieser Schwankungen bleibt die Grundtendenz für Weizenpreise stabil.
Schwierige Logistik im Schwarzen Meer
Die logistischen Probleme in der Schwarzmeerregion, insbesondere der Ukraine, tragen maßgeblich zu den Preisbewegungen bei. Die ukrainischen Weizenausfuhren sind im August mit 340.000 Tonnen deutlich geringer als im Vorjahr, als sie knapp 1,3 Millionen Tonnen erreichten. Auch Russland verzeichnet einen Rückgang seiner Exporte auf 1,8 Millionen Tonnen im August, gegenüber einem Dreijahresdurchschnitt von fast 5 Millionen Tonnen.
Jan Peters von Peters Agrardaten GmbH erklärt, dass Gewinnmitnahmen zur jüngsten Preiskorrektur beigetragen haben. Zu Beginn der Woche zeigte sich jedoch wieder eine festere Tendenz auf dem Markt.
Internationale Marktverschiebungen
Kanada könnte als großer Profiteur aus der aktuellen Situation hervorgehen. Mit einer Ernte von über 36 Millionen Tonnen Weizen plant das Land Exporte in Höhe von 23,5 Millionen Tonnen. Derzeit dominiert allerdings Ware aus Rumänien, dem Baltikum und Bulgarien die Nachfrage. In naher Zukunft könnte auch Marokko verstärkt auf dem Markt auftreten.
Der stärkere Euro hat allerdings die Gewinne in Paris etwas gedämpft. Diese Wechselkursentwicklung beeinflusst ebenfalls die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Exporteure.
Lage auf dem heimischen Markt
Auch innerhalb Deutschlands zeigt sich die Logistik als limitierender Faktor für den Getreidehandel. Regionale Engpässe führen dazu, dass untransportierte Ware auf die Preise drückt und die gute Versorgungslage der Industrie dämpft zusätzlich die Nachfrage.
