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El Niño 2026: Auswirkungen auf deutsche Landwirtschaft und Agrarpreise

El-Niño 2026: Ein drohendes Klimaphänomen könnte erhebliche Auswirkungen auf die globale Landwirtschaft haben. Inmitten geopolitischer Spannungen und steigender Produktionskosten könnten auch deutsche Landwirte indirekt betroffen sein.

Globale Herausforderungen durch El-Niño

Das potenzielle Auftreten eines Super-El-Niño im Jahr 2026 sorgt für Besorgnis in der landwirtschaftlichen Welt. Bereits jetzt leidet der Agrarsektor unter den Folgen des Ukraine-Konflikts und den Spannungen im Nahen Osten. Der Chefökonom der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation, Máximo Torero, warnt davor, dass ein solches Klimaphänomen die bestehenden Krisen wie Ernährungsunsicherheit und gestörte Lieferketten noch weiter verschärfen könnte.

Die Geschichte von El Niño reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, als peruanische Fischer bemerkten, dass sich das Meerwasser vor ihrer Küste ungewöhnlich stark erwärmte. Diese Erwärmung führte zu einem Rückgang des Fischfangs zur Weihnachtszeit, was dem Phänomen den Namen „El Niño“ – das Christkind – einbrachte.

Regionale Auswirkungen auf die Landwirtschaft

Die meteorologischen Veränderungen durch El-Niño betreffen insbesondere den Pazifikraum und seine Anrainerstaaten. Für Australien und Südasien bedeutet dies ein erhöhtes Risiko für Dürren und Hitzestress. In Indien könnte ein schwächerer Monsun die Weizenproduktion gefährden, während Ostafrika mit starken Regenfällen kämpft und der Süden des Kontinents unter Trockenheit leidet. In Südamerika drohen Überschwemmungen an der Westküste, was zu Erdrutschen führen kann und die Fischerei erheblich beeinträchtigt.

Auch innerhalb der Landwirtschaft gibt es Gewinner und Verlierer: Während einige Regionen von besseren Wetterbedingungen profitieren könnten, stehen andere vor Herausforderungen wie Ernteausfällen durch Staunässe oder Dürreperioden.

Aussichten für Weizen und Mais

Die internationalen Märkte reagieren bereits auf die drohenden Risiken: Die Weizenpreise sind seit Jahresbeginn um etwa 20 % gestiegen. Trotz hoher Übertragsbestände aus dem Vorjahr könnten Produktionsprobleme in Australien oder Indien die Preise weiter anheizen. Auch beim Mais zeigt sich ein ähnliches Bild – sollte das Wetterphänomen wie prognostiziert ablaufen, könnten Preisanstiege im zweiten Halbjahr 2026 erfolgen.

Soja: Ein unsicherer Markt

Der Sojamarkt steht ebenfalls im Fokus der Händler. Besonders in den Hauptanbaugebieten USA, Argentinien und Brasilien hängt vieles von den regionalen Niederschlagsverhältnissen ab. Eine Dürre in Mato Grosso könnte beispielsweise zu signifikanten Preisbewegungen führen, da selbst kleine Anpassungen in den Ernteprognosen große Auswirkungen haben können.

Einfluss auf deutsche Landwirte

Zwar ist Deutschland direkt weniger betroffen, jedoch könnte El Niño indirekt durch steigende Futtermittelpreise auch hierzulande spürbare Folgen haben. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) erwartet eine heimische Getreideernte von rund 44 Millionen Tonnen – trotz eines Rückgangs gegenüber dem Vorjahr wird diese als überdurchschnittlich angesehen. Doch auch hier gilt: Die weltweiten Entwicklungen könnten höhere Preise begünstigen.