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Pasewalks Huberpflug scheitert: Millionenförderung ohne Ertrag

In Pasewalk, Mecklenburg-Vorpommern, sorgt ein gescheitertes Innovationsprojekt für Aufsehen. Die Produktionshalle eines vielversprechenden Bodenbearbeitungsgeräts, des sogenannten Huberpflugs, steht zum Verkauf. Ursprünglich sollten mit einer Investition von insgesamt 3,7 Millionen Euro und einer Landesförderung von 1,2 Millionen Euro die landwirtschaftliche Technik revolutioniert werden. Doch statt Fortschritt herrscht nun Stillstand.

Vom Vorzeigeprojekt zur Problemimmobilie

Im Jahr 2021 wurde das Projekt der Huber Landtechnik GmbH als bedeutender Erfolg für die Region gefeiert. Wirtschaftsminister Harry Glawe überreichte damals einen Förderbescheid und das Ziel war klar: Ein patentiertes Gerät sollte den Dieselverbrauch und die CO2-Emissionen in der Landwirtschaft reduzieren. Die Produktionshalle wurde zügig errichtet, jedoch blieb die versprochene Serienproduktion aus.

Produktionsstätte ohne Produktion

Trotz abgeschlossener Bauarbeiten in der Pasewalker Gewerbestraße sind die Tore der Fabrik seit Jahren verschlossen. Anfragen von Medien bleiben unbeantwortet und Gerüchte über finanzielle Probleme des Unternehmens werden nicht bestätigt oder widerlegt. Laut Bürgermeister Danny Rodewald wird der Huberpflug nicht wie geplant gefertigt werden, da keine Marktreife erreicht wurde.

Zukunft der Halle ungewiss

Um einen dauerhaften Leerstand zu vermeiden, soll die Immobilie für etwa 3,2 Millionen Euro verkauft werden. Während auf regionaler Ebene Schadensbegrenzung betrieben wird, bleibt unklar, was mit den erhaltenen Fördermitteln geschieht. Das Wirtschaftsministerium in Schwerin hält sich bedeckt und verweist auf Betriebsgeheimnisse.

Mögliche Rückforderung von Fördergeldern

Laut Ministeriumssprecher Jonas Bohl könnten Fördergelder zurückgefordert werden, wenn das ursprüngliche Förderziel nicht mehr erreicht wird. Anfang 2024 hieß es noch optimistisch, dass das Projekt voranschreite und bis Ende 2024 abgeschlossen sein könnte. Diese Pläne sind nun hinfällig.

Skepsis bei Landwirten

Innerhalb der landwirtschaftlichen Praxis hatte das Scheitern des Projekts manche Experten nicht überrascht. Sven Grumbach vom Bauernverband Uecker-Randow berichtete von anfänglichen Gesprächen über Prototypentests mit Landwirten, jedoch kam es nie zu einer Kooperation. Der Markt sei hart umkämpft und Versprechen häufig groß – am Ende ruhte aber „der See“, so Grumbach.

Ehemalige Unterstützung durch Fraunhofer-Institut

Der Fall ist auch wegen seiner prominenten Befürworter brisant: Der frühere Fraunhofer-Präsident Reimund Neugebauer hatte öffentlich für das Projekt geworben und war selbst kurzzeitig an der Muttergesellschaft beteiligt gewesen. Diese Verbindungen wurden zunächst nicht offengelegt.

Ein Beispiel gescheiterter Innovationspolitik

Das Huberpflug-Projekt zeigt eindrücklich die Risiken ambitionierter Innovationsstrategien auf. Trotz technologischer Visionen und politischer Unterstützung konnte kein marktfähiges Produkt entwickelt werden. Zurück bleibt eine leere Halle und ein beschädigtes Vertrauen in Fördersysteme – sowie die Hoffnung auf eine zumindest teilweise Rückführung der investierten Steuergelder.

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