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Bund lehnt Hilfen für kriselnde Schweinehalter ab

Die deutschen Schweinehalter stehen angesichts der anhaltend niedrigen Schweinepreise vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Seit Mai ist der Preis für Schweinefleisch von 1,70 Euro auf lediglich 1,40 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht gesunken, was viele Landwirte in die Verlustzone drängt. Trotz dieser prekären Lage lehnt das Bundeslandwirtschaftsministerium ein Ausstiegsprogramm für betroffene Betriebe ab. Ein Sprecher des Ministeriums erklärte, dass solche Hilfen nicht als geeignetes Instrument zur Bewältigung der aktuellen Marktsituation betrachtet werden.

Bundesregierung setzt auf Wettbewerbsfähigkeit

Stattdessen legt das Ministerium den Fokus auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und die Förderung von Investitionen in der Schweinehaltung. Die Bundesregierung verweist unter anderem auf ihre Agrarexportstrategie sowie auf Bürokratieabbau als Maßnahmen zur Unterstützung der Landwirte. Zusätzlich können Schweinehalter günstige Kredite bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank beantragen, um Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Der Sprecher betonte, dass Preisbildungsprozesse grundsätzlich marktwirtschaftlich geregelt seien und vorübergehende Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage Teil dieser Prozesse sind.

Bayern fordert umfassendere Unterstützung

In Bayern reagierte die Landesagrarministerin Michaela Kaniber auf die schwierige Lage mit einem Krisengipfel. Sie betonte die Notwendigkeit, den Absatz von heimischem Schweinefleisch zu fördern und die Betriebe durch Bürokratieabbau zu entlasten. Dennoch reicht das bestehende Liquiditätshilfeprogramm laut dem Bayerischen Bauernverband (BBV) nicht aus, um die Höfe ausreichend zu unterstützen. Ein Acht-Punkte-Plan des BBV fordert unter anderem Zinszuschüsse und steuerliche Hilfen sowie mehr Imagewerbung für heimische Produkte.

Gemeinsame Anstrengungen für faire Preise

BBV-Präsident Günther Felßner ruft gemeinsam mit dem Fleischerverband Bayern zur Zusammenarbeit auf, um eine faire Preisstruktur zu schaffen. Eine vorgeschlagene Maßnahme ist die Einführung einer Preisuntergrenze von 1,60 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht, während bei einer späteren Markterholung eine Obergrenze von 2,20 Euro gelten könnte.

Tierwohl und Wertschöpfungskette in Gefahr

Die Preiskrise hat auch Auswirkungen auf das Tierwohl in der Branche. Laut Franz Mitterberger vom VVG Bayern reichen Zuschläge für höhere Haltungsstufen nicht aus, um die Kosten zu decken. Zudem stellt er infrage, ob es sinnvoll ist, in der aktuellen Krise zusätzliche Anforderungen im Rahmen der Initiative Tierwohl umzusetzen, da diese mit weiteren Kosten für Ferkelerzeuger verbunden sind.