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Bayerns Obstbau kämpft ums Überleben: Brandbrief fordert Politik zum Handeln auf

In Deutschland steht der Erwerbsobstbau vor einer ernsthaften Krise: Alle zwei Tage muss ein Betrieb schließen. Der Bayerische Bauernverband (BBV) hat sich einem dringlichen Appell der deutschen Obstbauern angeschlossen, um auf die kritische Lage hinzuweisen. Karl-Ludwig Rostock, Präsident des Bayerischen Erwerbsobstbau-Verbandes, beschreibt die Situation als dramatisch. Die regional angebauten Kirschen, Zwetschgen und Beeren sind oft nicht mehr kostendeckend zu vermarkten, während Importfrüchte die heimischen Märkte dominieren.

Herausforderungen durch steigende Kosten

Besonders arbeitsintensive Kulturen wie Erdbeeren leiden unter den steigenden Lohnkosten und dem Fehlen spezifischer politischer Unterstützungen. Rostock hebt hervor, dass die Obstbaubetriebe in Bayern viel in Umwelt- und Klimaschutz sowie moderne Anbauverfahren investiert haben. Doch ohne politische Unterstützung und ein verändertes Konsumverhalten ist die Existenz vieler Betriebe gefährdet.

Die Forderung nach politischen Maßnahmen wird immer lauter, denn Idealismus allein kann die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht kompensieren. Rostock betont, dass es entscheidend sei, dass politische Entscheidungen und das Einkaufsverhalten der Verbraucher den regionalen Anbau unterstützen.

Appell an Politik und Verbraucher

Der von der Bundesfachgruppe Obstbau initiierte Brandbrief richtet sich sowohl an den Handel als auch an die Konsumenten. Eine stärkere Hinwendung zur Regionalität müsse sich an der Ladentheke widerspiegeln. Zudem werden praxistaugliche Sonderregelungen für Sonderkulturbetriebe gefordert, um den Niedergang des Obstbaus zu stoppen.

Derzeit liegt der Selbstversorgungsgrad mit Obst in Deutschland nur bei 18 %, in Bayern sogar bei weniger als 10 %. Das Regierungsbündnis hatte im Koalitionsvertrag versprochen, diesen Anteil zu erhöhen. Laut Rostock bleibt noch eine begrenzte Zeitspanne zur Rettung des heimischen Obstbaus. Er fordert Taten von der Bundesregierung und warnt davor, dass die Versorgungssicherheit mit regionalen Lebensmitteln ernster genommen werden muss.

Wenn keine schnellen Maßnahmen ergriffen werden, droht ein weiterer Rückgang der Betriebe.