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JBS streicht Klimaziele

Der brasilianische Fleischriese JBS, bekannt als einer der größten Produzenten von Rind- und Geflügelfleisch weltweit, hat eine signifikante Änderung in seiner Klimaschutzstrategie angekündigt. Ursprünglich hatte sich das Unternehmen das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2040 in seiner gesamten Lieferkette netto keine Treibhausgasemissionen mehr zu verursachen. Diese Vorgabe wurde jedoch kürzlich aus dem Nachhaltigkeitsbericht gestrichen, da die Umsetzung als äußerst herausfordernd beschrieben wurde.

Fokusverschiebung auf eigene Anlagen

JBS plant nun, seine Bemühungen zur Emissionsreduktion stärker auf die eigenen Produktionsstätten zu konzentrieren, statt die gesamte Lieferkette zu berücksichtigen. Während die bisherigen Ziele auch die indirekten Emissionen (Scope-3) umfassten, soll der Fokus künftig auf den direkten (Scope-1) und den energiebezogenen indirekten Emissionen (Scope-2) liegen. Bis 2030 sollen diese Emissionen um 30 % und bis 2050 um 70 % im Vergleich zu 2019 gesenkt werden. Diese Reduktion betrifft jedoch nur einen kleinen Teil des gesamten CO₂-Fußabdrucks des Unternehmens.

Scope-3-Emissionen bleiben unberührt

Trotz der Anpassung ihrer Klimastrategie hat JBS keine neuen Maßnahmen für die Reduzierung von Scope-3-Emissionen bekanntgegeben. Diese Kategorie umfasst den Großteil der Emissionen des Unternehmens und belief sich im Jahr 2025 auf über 184 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Jason Weller, verantwortlich für die Nachhaltigkeitsstrategie bei JBS, betonte dennoch, dass das Unternehmen weiterhin Chancen nutzen wolle, um die Umweltziele anzupassen und zu verfeinern.

Investitionen in nachhaltigere Produktion

Seit 2020 hat JBS laut eigenen Angaben fast 200 Millionen Dollar (etwa 176 Millionen Euro) investiert, um ihre Scope-1- und Scope-2-Emissionen zu senken. Diese Investitionen zielen darauf ab, die Energieeffizienz in ihren Anlagen zu verbessern und den CO₂-Ausstoß weiter zu reduzieren. Trotz dieser Bemühungen bleibt jedoch fraglich, wie effektiv diese Maßnahmen sein werden, da der Löwenanteil der Emissionen außerhalb der direkten Kontrolle des Unternehmens liegt.