Anzeige
 

Schwache Ernte, hohe Kosten: Bauernverband warnt vor wachsendem Druck auf Betriebe

Der anhaltende wirtschaftliche Druck auf die Landwirtschaft spitzt sich durch ungünstige Ernteergebnisse weiter zu. Der Deutsche Bauernverband prognostiziert nach den Wetterbedingungen seit Mitte Juni deutliche Einbußen bei wichtigen Kulturen. Zusätzlich belasten niedrige Erzeugerpreise sowie gestiegene Diesel- und Düngemittelkosten die Betriebe erheblich.

Wintergerste stabilisiert, aber Weizen und Raps betroffen

Die Wintergerste erreicht mit einem geschätzten Ertrag von 7,6 Tonnen pro Hektar ein durchschnittliches Niveau, was nur geringfügig unter dem Vorjahreswert von 7,8 Tonnen pro Hektar liegt. Dagegen ist die Situation beim Winterweizen problematischer: In bereits abgeernteten Gebieten werden Rückgänge von bis zu 15 Prozent gemeldet.

Ebenfalls betroffen ist der Rapsanbau, bei dem Verluste von bis zu 18 Prozent drohen. Neben den Wetterbedingungen erschweren beschränkte Möglichkeiten zur Schädlingsbekämpfung die Sicherung der Erträge. In einigen Regionen haben darüber hinaus schwere Hagelschauer zusätzliche Schäden angerichtet.

Engpässe in der Futterversorgung

Besorgniserregend ist auch die Versorgung mit Futter, so der Bauernverband. Fehlende Niederschläge beeinträchtigen Grünlandflächen und den Futterbau erheblich. Bei Kulturen wie Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln zeigt sich eine angespannte Lage; ausreichende Regenfälle sind dringend nötig, um das Wachstum der Bestände sicherzustellen.

Forderungen an die Bundesregierung

DBV-Präsident Joachim Rukwied ruft die Bundesregierung zu schnellem Handeln auf. Er fordert eine spürbare Steuerentlastung für Diesel sowie die rasche Implementierung einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage. Diese Maßnahmen sollen landwirtschaftliche Betriebe in Krisenjahren stabilisieren und ihre wirtschaftliche Handlungsfähigkeit sichern.