Die jüngsten Verhandlungen zwischen den USA und China könnten die Handelsbeziehungen der beiden größten Volkswirtschaften der Welt auf ein neues Niveau heben. US-Präsident Donald Trump erklärte nach einem Treffen mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping in Peking, dass China seine Importe von Sojabohnen, Rindfleisch und weiteren Agrarprodukten aus den Vereinigten Staaten bis 2028 erheblich steigern werde. Nach Angaben des Weißen Hauses soll das Handelsvolumen auf jährlich mindestens 17 Milliarden US-Dollar ansteigen. Der Umfang dieser Zusage bleibt jedoch unklar, da keine genaueren Angaben zu spezifischen Produkten oder Mengen gemacht wurden.
Hintergründe der Agrarabkommen
Die Ankündigung ist vor dem Hintergrund eines früheren Handelskonflikts zwischen den beiden Nationen zu sehen, der die US-Agrarexporte nach China im Jahr 2025 drastisch einbrechen ließ. Während dieser Zeit fielen die Exporte auf nur noch 8 Milliarden US-Dollar ab, nachdem sie ein Jahr zuvor noch bei 27,5 Milliarden lagen. Im Rekordjahr 2022 betrugen sie sogar über 40 Milliarden US-Dollar. Insbesondere Sojabohnen waren von den Handelsstreitigkeiten betroffen, da China begann, US-Lieferungen durch Importe aus Südamerika zu ersetzen. Die Vereinbarung in Busan im Oktober 2025 markierte einen Wendepunkt, doch bleibt offen, wie weit die aktuellen Zusagen darüber hinausgehen.
Marktreaktionen und Erwartungen
Trotz der vielversprechenden Ankündigungen reagierten die Agrarmärkte verhalten. Die Futures für Sojabohnen an der Chicago Board of Trade (CBOT) gerieten unter Druck, da Händler in dem neuen Abkommen keine konkreten zusätzlichen Kaufverpflichtungen erkennen konnten. Der Markt hatte offenbar detailliertere Vereinbarungen erwartet, einschließlich präziser Mengenangaben und Zeitpläne sowie klarer Zollsenkungen. Auch Mais und Weizen notierten zu Beginn der Woche im Minus.
Neue bilaterale Institutionen zur Stabilisierung
Neben den Importzusagen plant China auch die Wiederaufnahme des Imports von Geflügel aus bestimmten US-Staaten, die vom Landwirtschaftsministerium als frei von hochpathogener aviärer Influenza eingestuft wurden. Um die Handelsbeziehungen langfristig zu stabilisieren, haben beide Länder zudem beschlossen, zwei bilaterale Gremien einzurichten: einen Handelsrat und einen Investitionsrat zwischen den USA und China. Während der Handelsrat sich mit dem Austausch von nicht-sensiblen Gütern befassen soll, wird der Investitionsrat als Plattform dienen, um investitionsbezogene Fragen auf Regierungsebene zu diskutieren.
Insgesamt scheinen die jüngsten Entwicklungen in den USA-China-Handelsbeziehungen eine Rückkehr zu normaleren Zeiten anzudeuten, wenngleich viele Details noch geklärt werden müssen und die Märkte skeptisch bleiben.
