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Vier Kategorien der alternativen Proteine: Eine Übersicht

In der Diskussion um Fleisch- und Milchersatzprodukte werden oft verschiedene Kategorien vermischt. Hier erklären wir die vier Hauptbereiche alternativer Proteine mit Beispielen aus der Landwirtschaft.

1. Pflanzliche Proteine

Pflanzliche Proteine stammen aus Erbsen, Soja, Ackerbohnen, Süßlupinen, Hanf und anderen Pflanzen. Diese Proteine dienen als Basis für viele Fleisch- und Milchersatzprodukte. Ein Beispiel ist ein Schweinehalter, der Sojabohnen der Sorte Edamame anbaut und so ein Standbein im Veggie-Markt gefunden hat. Auch Milchviehhalter, die zusätzlich Hafermilch produzieren, nutzen pflanzliche Proteine.

2. Proteine aus Insekten

Insekten als Proteinquelle sind sowohl für Tierfutter als auch für die menschliche Ernährung interessant. Sie gelten als nachhaltig und ressourcenschonend. Erste Landwirte experimentieren mit der Insektenzucht, unterstützt von Start-ups, die feste Abnahmeverträge anbieten. Ein Team aus München ist hier Vorreiter und bietet Landwirten eine verlässliche Partnerschaft.

3. Proteine aus Fermentation von Mikroorganismen

Bei der Biomasse-Fermentation werden Mikroorganismen zur Herstellung von Proteinen genutzt. Diese Methode ist nicht neu – Bier, Käse und Sauerkraut basieren ebenfalls auf Fermentation. Ein Start-up aus Niedersachsen fermentiert Erbsenstärke und Pilzmyzel in Bioreaktoren zu einer Proteinmasse. Diese Technologie könnte künftig auch auf landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt werden. Die Präzisionsfermentation ermöglicht zudem die Herstellung von Milchproteinen, die zu Milch- oder Käseersatzprodukten weiterverarbeitet werden können.

4. Im Labor kultivierte Proteine (Laborfleisch)

Zellbasierte Proteine werden im Labor aus tierischen Stammzellen gezüchtet und in einem Nährmedium vermehrt. Diese Technologie steckt noch in den Kinderschuhen und ist in der EU bisher nicht zugelassen. Der Herstellungsprozess von Laborfleisch ist komplex und noch nicht vollständig in der Praxis umgesetzt. Informationen zum aktuellen Stand der Zulassungen und dem Herstellungsprozess sind weiterhin Gegenstand intensiver Forschung.

Marktentwicklung und Zukunftsaussichten

Die Unternehmensberatung KPMG sieht trotz Inflation und zurückhaltender Verbraucher einen positiven Trend für die Branche der alternativen Proteine. Auch wenn Fleischersatzprodukte derzeit noch einen schlechten Ruf haben, wird erwartet, dass die Marktgröße in allen Kategorien der alternativen Proteine in den kommenden Jahren deutlich ansteigen wird.

Landwirtschaftliche Betriebe entdecken zunehmend die alternativen Proteine als neues Geschäftsfeld. Durch die Nutzung pflanzlicher Proteine, die Zucht von Insekten und die Anwendung von Fermentationstechnologien können Landwirte ihr Angebot diversifizieren und sich auf dem wachsenden Markt der alternativen Proteine positionieren.

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