In den bayerischen Gemeinden Sigmarszell und Weißensberg im Landkreis Lindau sind in diesem Jahr bereits 60 Japankäfer entdeckt worden. Angesichts dieser Entwicklung hat die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) erstmalig eine Quarantänezone eingerichtet, um die Ausbreitung des Schädlings einzudämmen.
Einrichtung der Quarantänezone
Die neu eingeführte Quarantänezone besteht aus einer zentralen Befallszone mit einem Radius von einem Kilometer rund um die Fallenstandorte. Daran schließt sich eine fünf Kilometer breite Pufferzone an. Diese Maßnahme soll verhindern, dass der Schädling sich weiter verbreitet.
Innerhalb der Befallszone gelten strikte Auflagen. So dürfen Rasen- und Grasflächen zwischen dem 1. Juni und dem 30. September nicht bewässert werden. Weiterhin ist es untersagt, Pflanzenreste wie Grünschnitt oder Baumschnitt aus dieser Zone zu entfernen. Stattdessen können diese an öffentlichen Sammelstellen innerhalb der Befallszone abgegeben werden.
Spezielle Regelungen für Boden und Pflanzenmaterial
Für Oberboden bis zu einer Tiefe von 30 Zentimetern sowie Kompost und Kultursubstrat gibt es ganzjährig Einschränkungen hinsichtlich des Transports aus der Befallszone heraus. Ausnahmen bestehen jedoch für bestimmte Flächen und Materialien.
Besonders streng sind die Regelungen für das Verbringen von Pflanzenresten während der Käferflugzeit. Unbehandelte Reste dürfen nur unter bestimmten Bedingungen transportiert werden: Sie müssen in geschlossenen Fahrzeugen befördert oder vor dem Transport zerkleinert oder getrocknet werden.
Fortlaufende Überwachung und Bürgerbeteiligung
Parallel zu diesen Maßnahmen bleibt die Überwachung des Japankäfers aktiv. Experten verschiedener Landwirtschaftsämter kontrollieren das Fallennetzwerk kontinuierlich und überprüfen Wirtspflanzen auf Anzeichen eines Befalls. Die LfL appelliert an Grundstückseigentümer sowie landwirtschaftliche Betriebe, den Zugang zu betroffenen Flächen bei Kontrollen zu gewähren.
Bürgerinnen und Bürger sind zudem aufgefordert, verdächtige Käferfunde über eine neue Meldeplattform der LfL zu melden. Diese Plattform ermöglicht es, Funde unkompliziert mit Foto und Fundortangaben zu übermitteln.
Hintergrund der Maßnahmen
Der Einführung der Quarantänezone ging eine detaillierte Abgrenzungserhebung voraus, die nach vermehrten Käferfunden in Pheromonfallen Mitte Juli stattfand. Dabei wurden insgesamt 51 männliche und 9 weibliche Japankäfer identifiziert.
Nähere Informationen zur Quarantänezone, den geltenden Vorschriften sowie zum Japankäfer selbst sind auf der Website der LfL unter www.LfL.bayern.de/japankaefer verfügbar.
