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Nordzucker schließt Nakskov-Werk: Dritte Stilllegung in einem Jahr

Die europäische Zuckerindustrie steht vor erheblichen Herausforderungen. Die Nordzucker AG hat angekündigt, ihr Werk in Nakskov, Dänemark, nach der Kampagne 2026/27 stillzulegen. Dies ist bereits die dritte Schließung eines Werks durch das Unternehmen in diesem Jahr. Zuvor wurden bereits die Produktionsstätten in Trenčianská Teplá, Slowakei, und Porkkala, Finnland, geschlossen. Diese Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Restrukturierungsprozesses, der darauf abzielt, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken.

Herausforderungen auf dem EU-Zuckermarkt

Die Entscheidung zur Schließung des dänischen Standorts wurde getroffen, da dort im Vergleich zu anderen Standorten innerhalb der Gruppe deutlich höhere Investitionen erforderlich wären, um die Effizienz und Rentabilität langfristig sicherzustellen. Laut Nordzucker handelt es sich dabei um eine strategische Maßnahme zur Optimierung des Produktionsnetzwerks angesichts der Überkapazitäten am europäischen Zuckermarkt.

Die Zuckerfabrik in Nakskov gehört zu den ältesten in Europa und wurde 1882 eröffnet. Bislang wurden dort Zucker für die Lebensmittelproduktion sowie Melasse und Futtermittel produziert. Mit der Schließung werden etwa 150 Arbeitsplätze betroffen sein. Künftig soll in Nakskov nur noch abgepackt werden.

Zentrale Produktion auf Falster

Lars Gorissen, CEO von Nordzucker, erklärte, dass die Entscheidung nicht leicht gefallen sei. Dennoch sei es notwendig gewesen, um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Nach der Stilllegung bleibt Nykøbing als einziger Standort in Dänemark bestehen und wird künftig vollständig ausgelastet sein.

Diese Entwicklungen spiegeln einen Trend wider, den viele europäische Zuckerproduzenten verfolgen: Kostenreduktion und Effizienzsteigerung durch Konzentration auf weniger Produktionsstandorte. Dies ist eine Reaktion auf den zunehmenden globalen Wettbewerb und den Druck durch Überkapazitäten im Markt.

Zukunftsperspektiven für Nordzucker

Für die betroffenen Mitarbeiter und die regionale Wirtschaft stellt die Werksschließung eine Herausforderung dar. Nordzucker hat jedoch betont, dass alle Schritte unternommen werden sollen, um den Übergang so reibungslos wie möglich zu gestalten. Das Unternehmen sieht sich gut positioniert für eine nachhaltige Zukunft im sich wandelnden Zuckermarkt.

Während diese Konsolidierungsmaßnahmen kurzfristig schmerzhaft sind, könnten sie langfristig dazu beitragen, die Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit von Nordzucker zu sichern. Die Veränderungen am europäischen Zuckermarkt zwingen viele Akteure dazu, ihre Strategien anzupassen und neue Wege zu gehen.