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Hitzewelle senkt EU-Ernteprognosen: Mais und Kartoffeln betroffen

Die Landwirtschaft in Europa sieht sich durch die jüngsten Hitzewellen im Juni und Juli erheblichen Herausforderungen gegenüber. Laut dem aktuellen MARS-Report der EU-Kommission wurden die Ertragsprognosen für fast alle Kulturen gesenkt. Besonders betroffen sind die Sommerkulturen, deren Erträge aufgrund extremer Temperaturen und Wassermangels stark zurückgegangen sind. Die Gesamtgetreideernte in der EU wird nun auf 5,4 Tonnen pro Hektar geschätzt, was einem Rückgang von 4 % gegenüber der vorherigen Schätzung und einem Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt entspricht.

Sommerkulturen unter Druck

Die extreme Hitze hat insbesondere bei den Sommergetreidearten zu einer deutlichen Verschlechterung der Ertragsaussichten geführt. Körnermais und Sonnenblumen verzeichnen die größten Rückgänge: Die Prognose für Körnermais wurde auf 6,93 t/ha reduziert, was einem Rückgang um 6 % zum Vormonat entspricht. Sonnenblumen könnten mit 1,94 t/ha einen noch stärkeren Einbruch von 7 % erleben. Auch Kartoffeln sind betroffen; die Ertragserwartung liegt bei 36,5 t/ha, was 1 % unter dem mehrjährigen Durchschnitt ist.

Laut der EU-Kommission war das Wintergetreide ebenfalls betroffen, da die Hitze die Kornfüllungsphase verkürzt hat. Dadurch mussten viele Landwirte früher ernten als geplant, was vielerorts zu einer Reduktion der Ertragserwartungen um bis zu 4 % führte.

Deutsche Landwirtschaft in Bedrängnis

In Deutschland hat die ungewöhnlich lange Hitzewelle im Juni besonders im Südwesten und Osten des Landes zu vorzeitiger Abreife des Wintergetreides geführt. Während Wintergerste unter günstigen Bedingungen geerntet wurde, litten Weichweizen und andere später reifende Kulturen unter den hohen Temperaturen. Dies wirft Bedenken hinsichtlich Korngröße und -qualität auf.

Sommerkulturen entwickeln sich in Deutschland unterschiedlich. Hohe Verdunstung und trockene Böden beeinträchtigen das Wachstum, während Unwetter mit Hagel und Starkregen zusätzliche Schäden verursachen. Die Grünlandproduktivität ist besonders im Südwesten drastisch gesunken. Für Mais liegt die Ertragserwartung nun bei 9,24 t/ha, 5 % unter dem Fünfjahresschnitt, während Kartoffeln mit 43,4 t/ha, 1 % weniger als im Durchschnitt erwartet werden.

Zukünftige Wetterbedingungen könnten verschärfen

Laut langfristiger Wetterprognosen wird Europa weiterhin mit überdurchschnittlich warmen Bedingungen konfrontiert sein. Der Temperaturanstieg könnte den klimatologischen Median um bis zu 2 °C übersteigen. Während für Südeuropa mehr Regen vorhergesagt wird, bleibt das Risiko weiterer Ertragseinbußen in Westeuropa hoch.

Zentraleuropa und damit auch Deutschland müssen im Spätsommer mit unterdurchschnittlichen Niederschlägen rechnen. Die Temperaturen sollen zwar durchschnittlich bleiben, jedoch ist Regen vor allem im Süden Deutschlands rar, was die Ertragsaussichten für die verbleibenden Feldkulturen weiter beeinträchtigen könnte.