Die Almil AG, ein bedeutender Akteur in der Milchverarbeitung mit Sitz in Weiding, Oberbayern, hat kürzlich einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Mühldorf eingereicht. Trotz dieser herausfordernden Situation konnte das Unternehmen sicherstellen, dass das Juli-Milchgeld an die Landwirte ausgezahlt wurde. Almil plant, den Geschäftsbetrieb ohne Unterbrechungen fortzusetzen und sich an veränderte Marktbedingungen anzupassen.
Fortführung des Betriebs und Sicherung der Zahlungsfähigkeit
Almil ist bestrebt, den wirtschaftlichen Betrieb stabil zu halten, indem es sich auf die Anpassung an neue Marktanforderungen konzentriert. Die Produktion von Milchingredienzien und Dauermilchprodukten sowie der Handel mit Milchrohstoffen sollen dabei ohne Einschränkungen weitergeführt werden. Die genauen wirtschaftlichen Herausforderungen, die zur Insolvenzanmeldung führten, wurden von Almil jedoch nicht offenbart.
Für die Milchlieferanten gibt es trotz der finanziellen Schwierigkeiten eine positive Nachricht: Das Unternehmen hat zugesichert, auch in Zukunft alle fälligen Zahlungen zu leisten. Nach Gesprächen mit dem Geschäftsführer der MEG Mühldorf-Altötting betonte ein Unternehmenssprecher die Bereitschaft Almils, die Auszahlung an die Landwirte sicherzustellen.
Sanierung in Eigenverantwortung
Während des Insolvenzverfahrens bleibt die Unternehmensführung von Almil verantwortlich und plant eine umfassende Restrukturierung. Ziel ist es, wettbewerbsfähig zu bleiben und die Zukunft des Standorts Weiding zu sichern. Die Gehälter der Mitarbeiter sind bis Oktober 2026 durch das Insolvenzgeld abgesichert, während parallel dazu Sanierungsmaßnahmen vorbereitet werden.
Verbindung zwischen Almil und Hochwald
Die Beziehung zwischen Almil und der Hochwald-Gruppe besteht schon seit mehreren Jahren. Ursprünglich wollte sich Hochwald aus Weiding zurückziehen; dennoch übernahm Almil 2018 den Standort und behielt 120 Arbeitsplätze bei. Seit Januar 2020 hält Hochwald die Mehrheit an Almil, wobei das Unternehmen unabhängig bleiben sollte.
Hochwalds Strategie zur Produktionsumstrukturierung
Trotz Almils Insolvenz verfolgt Hochwald eine neue strategische Ausrichtung durch Konzentration auf größere und spezialisierte Werke. Vor Kurzem wurde bekannt gegeben, dass der Standort Kaiserslautern geschlossen wird, was etwa 80 Arbeitsplätze betrifft. Solche Entscheidungen sind Teil einer breiteren Strategie zur Fokussierung auf rentable Geschäftsbereiche.
Wirtschaftliche Erfolge trotz Umstrukturierungen
Trotz der Umstrukturierungen erzielte Hochwald 2025 einen Rekordumsatz von 2,034 Milliarden Euro bei einer Milchanlieferung von etwa 2,31 Milliarden Kilogramm. Mit einem Marktanteil von 6,7 Prozent im Jahr 2023 gehört Hochwald zur Spitzengruppe der deutschen Molkereiwirtschaft. Investitionen fließen weiterhin in strategisch wichtige Standorte wie das Werk in Mechernich.
