Die jüngste Analyse der Crop-Monitoring-Agentur (MARS) der Europäischen Kommission zeigt eine Verschlechterung der Ertragserwartungen für verschiedene Sommerkulturen. Besonders betroffen sind Körnermais, Sojabohnen, Zuckerrüben und Kartoffeln, deren Prognosen erneut nach unten korrigiert wurden.
Leichte Anpassungen bei Getreideerträgen
Trotz anhaltender Hitze und gravierendem Wassermangel hat MARS in ihrem Bericht vom August die Schätzungen für die durchschnittlichen Getreideerträge in der EU nur minimal gesenkt. Der erwartete Durchschnittsertrag liegt jetzt bei 5,38 dt/ha, was einen Rückgang von 0,02 dt/ha im Vergleich zur vorherigen Schätzung bedeutet. Damit wird der durchschnittliche Fünfjahreswert von 5,47 dt/ha um 2% unterschritten. Für Wintergetreide bleiben die Ertragsaussichten stabil und bewegen sich im Bereich des mehrjährigen Durchschnitts.
Sommerkulturen im Fokus
Ein deutlich negativeres Bild zeichnet sich jedoch bei den Sommerkulturen ab. Insbesondere in West- und Mitteleuropa sind die Ertragserwartungen stark gesunken. In Nord- und Osteuropa hingegen sind die Bedingungen laut MARS günstiger, trotzdem liegen die Prognosen für die gesamte EU bis zu 14% unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre.
Weichweizen und andere Getreidesorten
Laut MARS bleibt die Ertragserwartung für Weichweizen unverändert bei 58,8 dt/ha, was einem Rückgang von 7% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch Wintergerste wird weiterhin mit einem Ertrag von 51,2 dt/ha prognostiziert. Die Schätzung für Roggen wurde leicht gesenkt und liegt nun bei 41,4 dt/ha, also um 3% niedriger als noch im Juli erwartet.
Deutliche Korrekturen bei Mais und Sojabohnen
Der Ertrag von Körnermais wurde nochmals um 5% auf nunmehr 66,1 dt/ha reduziert. Besonders drastisch fiel die Anpassung bei Sojabohnen aus: Hier korrigierten die Analysten ihre Erwartungen um 12% nach unten auf jetzt 23,1 dt/ha.
Ölsaaten stabiler als erwartet
Raps bleibt weitgehend stabil mit einer Ertragsprognose von 30,9 dt/ha, was einer Reduktion von nur 2% gegenüber den Juni-Schätzungen entspricht. Für Sonnenblumenkerne wird ein Durchschnittsertrag von 19,2 dt/ha erwartet, das ist lediglich ein Prozent weniger als zuvor angenommen.
Niedrigere Erwartungen bei Hackfrüchten
Zuckerrüben sind ebenfalls von einer negativen Anpassung betroffen: Die Brüsseler Experten senkten ihre Prognose um 5% auf nunmehr 72,2 t/ha. Auch Kartoffeln verzeichnen einen erwarteten Rückgang von ebenfalls 5%, womit der durchschnittliche Ertrag auf 34,6 t/ha geschätzt wird.
