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Extreme Hitze in Frankreich verursacht massives Geflügelsterben

In Frankreich hat eine massive Hitzewelle zu einem erheblichen Anstieg der Sterblichkeit in Geflügelbeständen geführt. Mit Temperaturen über 40 Grad Celsius sind besonders die Geflügelställe betroffen, wo die Verluste drastisch zugenommen haben. Die Überlastung der Tierkörperbeseitigungsdienste zwingt die Behörden dazu, das direkte Verscharren der Kadaver auf den Höfen in Betracht zu ziehen.

Geflügelsektor stark betroffen

Laut Landwirtschaftsverbänden sind Hunderttausende von Hühnern in den Hauptproduktionsregionen von der Hitze betroffen. Clement Blanchard, ein Geflügelzüchter aus Pays de la Loire, berichtet, dass er innerhalb weniger Tage rund 700 Hühner verloren habe. Normalerweise sei die tägliche Verlustzahl gering, doch die extreme Hitze habe die Sterberate drastisch erhöht.

Yann Nedelec vom französischen Geflügelverband ANVOL gibt an, dass es noch zu früh sei, genaue Zahlen zu benennen. Dennoch schätzt er, dass mehrere Hunderttausend Tiere sowohl in Stall- als auch Freilandhaltung verendet seien. Die Regionen Bretagne und Pays de la Loire stellen zusammen fast 60 Prozent des französischen Geflügelbestands dar und sind daher besonders stark betroffen.

Überlastete Entsorgungskapazitäten

Die üblichen Maßnahmen zur Entsorgung der toten Tiere stoßen an ihre Grenzen. Üblicherweise werden diese abgeholt und fachgerecht entsorgt, aber die Menge an verendeten Tieren übersteigt derzeit die Kapazitäten. Landwirte wie Blanchard warten immer noch auf den Abtransport der Tierkörper. Als Sofortmaßnahme wird empfohlen, Sägemehl oder Holzspäne zur Absorption von Flüssigkeiten über die Kadaver zu streuen.

Die Möglichkeit des Vergrabens auf dem Hof wird nach technischen und umweltrelevanten Prüfungen erwogen. Dies könnte eine kurzfristige Lösung darstellen, um mit den aktuellen Herausforderungen umzugehen.

Auch andere Tierhalter betroffen

Nicht nur Geflügelhalter kämpfen mit den Folgen der Hitze; auch Rinderzüchter sind stark belastet. Hohe Temperaturen führen bei Rindern zu einer verminderten Futteraufnahme und einem erhöhten Wasserbedarf, was wiederum die Milchproduktion beeinträchtigt. Frederic Vincent, der nahe Angers Milchkühe hält, beobachtet einen Rückgang der Milchleistung um 15 bis 20 Prozent.

Vincent beschreibt eindrücklich, wie seine Kühe sich unter Ventilatoren drängen, um Abkühlung zu finden. Die physischen Belastungen für Mensch und Tier seien enorm.

Diese extremen Wetterbedingungen werfen erneut Fragen zur Anpassungsfähigkeit der landwirtschaftlichen Systeme an den Klimawandel auf und machen deutlich, dass dringende Maßnahmen erforderlich sind, um solche Krisensituationen besser bewältigen zu können.