Zum Jahresbeginn 2027 wird es bei dem brasilianischen Fleischverarbeiter JBS einen Wechsel in der Führungsebene geben. Wesley Batista Filho, Sohn eines der Gründer, wird die Rolle des Vorstandsvorsitzenden übernehmen. Er folgt auf Gilberto Tomazoni, der seit 2018 an der Spitze des Unternehmens stand. Tomazoni wird weiterhin im Konzern tätig sein, allerdings als stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender und in beratender Funktion.
Rückkehr der Familie Batista
JBS ist bekannt als der größte Produzent von Fleisch weltweit. Der 34-jährige Batista Filho gehört zur Gründerfamilie Batista, die maßgeblich am Aufbau des Unternehmens beteiligt war. Sein Vater, Wesley Batista, zusammen mit dessen Bruder Joesley Batista, transformierte JBS von einem lokalen Unternehmen zu einem internationalen Giganten.
Bereits 2011 trat Batista Filho in verschiedene Führungspositionen innerhalb des Unternehmens ein und war insbesondere für das Rindfleisch- und Geflügelgeschäft in Brasilien verantwortlich. Seit 2023 leitet er als CEO JBS USA und bereitet sich nun auf seine neue Rolle innerhalb des Konzerns vor.
Strategische Neuausrichtung nach Skandal
Die Berufung von Batista Filho signalisiert auch die Rückkehr der Familie Batista in operative Rollen bei JBS, nachdem sie sich infolge eines Korruptionsskandals zurückgezogen hatte. Die Brüder Wesley und Joesley kehrten 2024 in den Verwaltungsrat zurück. Diese Entwicklung markiert eine erneute Stärkung ihres Einflusses auf die strategische Ausrichtung des Unternehmens.
Laut Aussagen von Batista Filho plant JBS nach einem erfolgreichen Geschäft in Indonesien eine Expansion in weitere Regionen wie den Nahen Osten, Südostasien und Ozeanien. Zudem möchte er das Portfolio um höherwertige Produkte erweitern und das Angebot im Bereich Eier und Fisch ausbauen.
Finanzielle Herausforderungen trotz Umsatzsteigerung
Der künftige CEO muss sich jedoch mit einigen finanziellen Herausforderungen auseinandersetzen. Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete JBS einen Nettoverlust von 102 Millionen Dollar, was einem Rückgang um 81% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Auch das bereinigte EBITDA sank um 19%, auf 1,43 Milliarden Dollar.
Trotz dieser negativen Zahlen konnte der Nettoumsatz auf ein Rekordniveau von 23,9 Milliarden Dollar gesteigert werden, was einer Steigerung um 14% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Diese Umsatzsteigerung zeigt trotz der Verluste die starke Marktposition des Unternehmens.
