Die globale Schweinefleischproduktion hat bis 2025/26 einen Anstieg von etwa 3 % erreicht und nähert sich damit einem Volumen von knapp 120 Millionen Tonnen, wie das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) berichtet. Hauptproduzenten sind China, die EU und die USA, gefolgt von Brasilien und Russland. Diese Regionen stellen gemeinsam über 85 % der weltweiten Produktion sicher. Doch in den letzten zehn Jahren zeigten sich regional unterschiedliche Entwicklungen.
China als Wachstumsmotor
China verzeichnete bis 2025 mit einer Produktion von 59,4 Millionen Tonnen ein bemerkenswertes Wachstum von 31 % im Vergleich zu 2016. Russland legte mit einem Plus von 54 % auf 4,3 Millionen Tonnen noch deutlicher zu. Auch Brasilien erhöhte seine Produktion um etwa 30 % auf 4,8 Millionen Tonnen. Dagegen wuchsen die USA und Kanada moderater um jeweils 11 %. Ein Rückgang war hingegen in der EU zu beobachten, wo die Produktion um eine Million Tonnen auf 21,9 Millionen Tonnen schrumpfte – ein Minus von 4 %.
EU als bedeutender Exporteur
Trotz des Produktionsrückgangs bleibt die EU ein wichtiger Akteur im internationalen Handel. Im Jahr 2025 exportierten die drei größten Ausfuhrländer gemeinsam etwa drei Viertel der weltweit gehandelten Menge von insgesamt rund 10,4 Millionen Tonnen. Die USA führten mit etwa 3,2 Millionen Tonnen, dicht gefolgt von der EU mit über drei Millionen Tonnen. Brasilien lag mit einem Exportvolumen von 1,7 Millionen Tonnen an dritter Stelle. Der weltweite Handel schrumpfte zwischen 2022 und 2025 um rund fünf Prozent.
Bemerkenswerterweise verringerten sich auch die Importe global gesehen. Besonders auffällig ist der Rückgang der chinesischen Importe um 44 % auf 1,2 Millionen Tonnen. Gleichzeitig stiegen die Einfuhren nach Mexiko um beeindruckende 27 %, was das Land zum größten Einzelimporteur machte.
Brasilien und Kanada: Schlüsselfiguren im Export
Brasilien setzt trotz steigender Kosten und strengerer Auflagen vermehrt auf Expansion. Rund zwei Drittel der Schlachtungen finden in den südlichen Bundesstaaten Santa Catarina, Paraná und Rio Grande do Sul statt. Die günstigen Produktionsbedingungen spiegeln sich in den niedrigen Kosten wider, welche der Branchenverband ABPA mit etwa 1,07 Euro pro Kilogramm Lebendgewicht angibt.
Kanada produziert jährlich etwa 2,2 Millionen Tonnen Schweinefleisch und ist aufgrund seiner Freihandelsabkommen besonders stark im Export vertreten. Diese Vereinbarungen erleichtern den Zugang zu wichtigen Märkten wie Japan oder Vietnam und machen Kanada widerstandsfähig gegenüber Marktschwankungen.
USA fokussieren auf Produktivität
Die USA zeichnen sich durch eine hoch spezialisierte Wertschöpfungskette aus; trotz sinkender Anzahl an Sauen stieg die Schweinefleischproduktion seit dem Jahr 2000 um fast 50 %. Diese Effizienz wird durch genetische Optimierungen und verbessertes Management erreicht.
Ein erheblicher Anteil ihrer Produktion wird exportiert – vor allem nach Mexiko, Japan und Südkorea –, was den USA hilft, im internationalen Wettbewerb, insbesondere gegen Brasilien, stark positioniert zu bleiben.
Zukunftsperspektiven für Europa
Europäische Landwirte stehen vor Herausforderungen: Die steigenden Kosten machen einen reinen Preiskampf unmöglich. Der Schlüssel liegt hier in einer höheren Wertschöpfung. Unverzichtbar bleibt der Export nach Asien – insbesondere für weniger gefragte Teile wie Pfoten oder Innereien –, da diese Märkte entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg sind.
Südostasien stellt weiterhin einen wichtigen Wachstumsmarkt dar: Die Philippinen erhöhten ihre Importe in den letzten vier Jahren um ein Viertel; Japan bleibt ein beständiger Abnehmer hochwertiger Produkte. Europäische Produzenten müssen ihre Marktstrategien daher darauf ausrichten, diese Chancen zu nutzen und gleichzeitig ihre besonderen Qualitätsmerkmale effektiv zu kommunizieren.
