Die Weizenpreise sind aufgrund der bevorstehenden Gespräche zwischen Russland und der Ukraine unter Druck geraten und fielen auf unter 230 Euro pro Tonne. Auch in den USA verzeichnete der Weizen seinen tiefsten Stand seit dem 8. Juli. Russland hat begonnen, seine Exporte über alternative Routen, wie beispielsweise die Ostseehäfen, zu steigern. Jedoch prognostiziert der ukrainische Landwirtschaftsminister eine Reduzierung der Anbaufläche für Winterweizen um 18 Prozent.
Diplomatische Bemühungen und ihre Auswirkungen
Es wird erwartet, dass die dreiseitigen Verhandlungen zwischen Moskau, Kiew und Washington Anfang November wieder aufgenommen werden. Der Konflikt am Schwarzen Meer sorgt jedoch weiterhin dafür, dass ein Großteil der Exportkapazitäten blockiert bleibt. Diese Situation zwingt die internationale Nachfrage dazu, rasch alternative Lieferquellen zu identifizieren. In Frankreich hingegen haben die jüngst einsetzenden Regenfälle die Aussaatarbeiten beschleunigt, die laut FranceAgriMer nun zu 45 Prozent abgeschlossen sind – drei Punkte über dem Fünfjahresdurchschnitt.
Trotz dieser Entwicklungen bleiben Störungen im Schwarzmeerraum bestehen. Dennoch hat Russland seine Ausfuhren über andere Routen erhöht. Die USA setzen auf diplomatische Initiativen, um den Konflikt zu entschärfen und hoffen auf eine Wiederaufnahme des Getreidehandels in der Region. Gleichzeitig zeigt sich bei den US-Weizenverkäufen ein deutlicher Rückgang, da diese weit unter den Erwartungen lagen.
Angebotssteigerungen weltweit
Australien und Argentinien verzeichnen höhere Ernten, was das globale Angebot kurzfristig erhöht. Die weltweite Produktion von Weizen könnte den zweithöchsten jemals registrierten Stand erreichen und damit Bedenken hinsichtlich der Verfügbarkeit mindern. In Argentinien wurden allerdings die Bewertungen für gute bis exzellente Weizenbestände aufgrund von ungünstigen Witterungsbedingungen leicht nach unten korrigiert.
Sinken der Maispreise durch US-Ernte
Auch die Maispreise sind auf einem Abwärtstrend, bedingt durch eine große neue Ernte in den USA und schwache Exportzahlen. Die Mais-Futures in Chicago sind auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Monaten gefallen. Die US-Maisernte war bis zum 18. Oktober bereits zu 44 Prozent abgeschlossen, begünstigt durch trockenes Wetter im Mittleren Westen.
Laut USDA-Daten sanken die Exporte auf 672.475 Tonnen, was einen deutlichen Rückgang verdeutlicht. Die Prognosen für eine Rekordproduktion in 2026/27 erhöhen den Druck auf das Angebot weiter und erschweren eine Erholung am Markt.
Veränderungen bei Ölsaatenpreisen
Die Rapspreise konnten sich zwar knapp behaupten, wurden aber durch schwache Entwicklungen im Ölsaatenkomplex belastet, insbesondere durch Verluste im Sojakomplex infolge der neuen US-Ernte. Trotz hoher Rohölpreise bleibt der Verbrauch von Pflanzenöl in der US-Biodieselindustrie stabil.
Die Sojabohnenpreise fielen ebenfalls auf ein Tief seit Ende August zurück, beeinflusst durch Rekordernten in den USA und Südamerika sowie einer gestiegenen Produktionsprognose des USDA für das Jahr 2026/27 um 1 Prozent gegenüber vorherigen Schätzungen.
Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Nachfrage aus China hoch, was zusammen mit einem starken US-Exportvolumen dazu beiträgt, die Preise abzufedern – auch wenn Brasilien zunehmend als Hauptlieferant Chinas dominiert.
