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KTBL-Studie: Maisstroh als kostengünstige Biogas-Alternative entdeckt

Mit Blick auf die bevorstehenden Veränderungen in der Biogasproduktion hat das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) eine umfassende Studie zu alternativen Substraten veröffentlicht. Ab 2026 wird der Anteil von Mais und Getreidekorn in EEG-geförderten Anlagen auf maximal 25 % begrenzt sein. Dies und das Auslaufen der EEG-Förderung für viele Bestandsanlagen rücken die Frage nach geeigneten Ersatzstoffen in den Fokus.

Wirtschaftliche Vorzüge von Silomais

Laut der KTBL-Studie bleibt Silomais wirtschaftlich attraktiv, da er niedrige Kosten pro Kubikmeter Methan bietet. Im Gegensatz dazu könnten mehrjährige Kulturen wie Durchwachsene Silphie zwar ökologische Vorteile mit sich bringen, jedoch wirtschaftlich im Nachteil sein. Sie bieten aufgrund ihrer längeren Standzeit eine dauerhafte Bodenbedeckung, was Erosion verhindern kann. Grünland sowie Ackergras- und Leguminosengemenge zeichnen sich ebenfalls durch ökologische Vorteile aus, sind aber aufgrund geringerer Methanerträge und höherem Arbeitsaufwand teurer.

Überraschende Ergebnisse bei Maisstroh

Die Untersuchung von landwirtschaftlichen Nebenprodukten zeigt interessante Perspektiven. Maisstroh, Rapsstroh und Zuckerrübenblätter bieten zusätzliche Biomasse ohne den Anbau neuer Energiepflanzen. Trotz biologisch schlechterer Abbaubarkeit durch hohen Ligningehalt weist Maisstroh die niedrigsten Stückkosten je Kubikmeter Methan auf. Auch Getreide- und Rapsstroh sind kosteneffizient, wobei eine Silierung des Getreidestrohs die Vergärbarkeit verbessern kann.

Kosten-Nutzen-Abwägung bei Zwischenfrüchten

Zwischenfrüchte könnten durch zusätzliche Biomasse zwischen Hauptkulturen punkten, sind jedoch wirtschaftlich weniger attraktiv. Sorghum und Grünroggen gehören zu den teureren Substraten im Hinblick auf den Methanertrag. Mehrjährige Wildpflanzenmischungen sind durch verteilte Etablierungskosten konkurrenzfähig, während einjährige Blühstreifen hohe Methankosten verursachen.

Anlagenmodelle mit alternativen Substraten

Für eine 500-kW-Biogasanlage wurden verschiedene Substratmodelle untersucht. Die Referenzanlage mit 40 % Wirtschaftsdünger und 60 % Energiepflanzen erreicht eine Kapitalrentabilität von 9,8 %. Modelle mit erhöhtem Wirtschaftsdüngeranteil oder Maisstroh erzielten höhere Rentabilitäten bis zu 14,9 %. Andere Alternativen wie Grünschnittroggen oder Sorghum schnitten deutlich schlechter ab, was ihre langfristige Wirtschaftlichkeit infrage stellt.

Strombereitstellungskosten variieren stark

Die Stromkosten spiegeln diese Unterschiede wider: Die Referenzanlage produziert Strom für 13,61 Cent/kWh elektrisch. Eine Erhöhung des Wirtschaftsdüngeranteils reduziert die Kosten auf 10,11 Cent/kWh. Dagegen überschreiten Landschaftspflegegrün und Blühstreifen den Ausschreibungs-Zuschlagswert von 18,11 Cent/kWh deutlich.

Die Studie verdeutlicht die komplexe Entscheidungslage für Biogasanlagenbetreiber: Ein universeller Maisersatz existiert nicht. Standortfaktoren wie Verfügbarkeit und Transportwege spielen eine entscheidende Rolle bei der Bewertung alternativer Substrate. Die Anpassungen müssen nicht zwingend negativ sein; sie könnten sogar neue wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnen. Dennoch ist klar: Ökologische Vorteile garantieren nicht automatisch ökonomische Rentabilität.