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EU genehmigt baldige Rückkehr brasilianischen Geflügels und Honigs

Die EU-Kommission hat kürzlich die Ergebnisse eines Audits veröffentlicht, das Brasilien eine positive Bewertung für den Export von Geflügelfleisch und Honig in die Europäische Union bescheinigt. Das südamerikanische Land hat demnach Systeme implementiert, die sicherstellen können, dass bei der Produktion dieser Exportwaren keine Antibiotika zur Leistungssteigerung verwendet werden.

Effektive Kontrollsysteme bestätigen Eignung

Der Prüfbericht der EU hebt hervor, dass der rechtliche Rahmen sowie die Ausbildung der Kontrolleure und die amtliche Überwachung in Brasilien den notwendigen EU-Standards entsprechen. Trotz der erst kürzlichen Einführung dieser Kontrollsysteme arbeiten sie bereits effektiv, was als solide Basis für die Zertifikate der zuständigen Behörden angesehen wird.

Allerdings ist eine endgültige Zulassung für den Import brasilianischer Produkte in die EU von einer Zustimmung durch den Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (SCoPAFF) abhängig. Die nächste planmäßige Sitzung des Gremiums findet am 20. und 21. Oktober statt.

Brasilien als bedeutender Geflügelexporteur

Brasilien ist laut Bericht nicht nur der weltweit größte Exporteur von Geflügelfleisch, sondern auch das drittgrößte Erzeugerland. Im Jahr 2025 produzierte Brasilien 15,3 Millionen Tonnen Hühnerfleisch, von denen 5,3 Millionen Tonnen exportiert wurden. Im Jahr 2024 importierte die EU 286.936 Tonnen brasilianisches Geflügelfleisch – das entsprach einem Anteil von 32% an den Einfuhren aus Drittstaaten und machte Brasilien zum wichtigsten Lieferanten.

Die Ausfuhr brasilianischen Geflügelfleisches wurde jedoch im Mai 2025 durch einen Geflügelpestausbruch unterbrochen, woraufhin unter anderem die EU Importstopps verhängte.

Keine Fortschritte beim Rindfleisch

Während beim Geflügelfleisch positive Entwicklungen zu verzeichnen sind, bleibt der Markt für brasilianisches Rindfleisch in der EU vorerst geschlossen. Die Hoffnung der Exporteure auf eine baldige Wiederaufnahme des Handels könnte sich dennoch erfüllen.

Laut Eric Thevenard von der Generaldirektion Gesundheit (DG SANTE) plant die EU derzeit nicht, die Kontrollsysteme für Rindfleisch zeitnah zu überprüfen. Er verwies auf den etwa zweijährigen Produktionszyklus bei Rindfleisch und erwartet innerhalb dieser Frist keine Lieferungen aus Brasilien.

Anstehende Prüfungen im Fokus

Zudem steht ein Audit zur Überprüfung des Hormoneinsatzes in der brasilianischen Rindfleischerzeugung noch aus. Konkret geht es um das Hormon 17β-Östradiol. Diese Prüfung wurde jedoch vorerst pausiert, da derzeit kein Handel stattfindet. Thevenard betonte, dass keine Ressourcen für nicht gehandelte Waren eingesetzt werden sollten.

Im kommenden Jahr plant die EU insgesamt rund 60 Audits in Drittstaaten durchzuführen. Fünf davon sollen sich mit dem Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung befassen.