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Melkroboter: Diese Kontrollen helfen, Ausfälle zu vermeiden

Ein Melkroboter arbeitet rund um die Uhr. Fällt die Anlage plötzlich aus, geraten auf Milchviehbetrieben deshalb schnell die gesamten Abläufe durcheinander. Doch viele technische Probleme entstehen nicht von einem Moment auf den anderen. Verschleiß, Verschmutzungen oder Veränderungen bei Vakuum und Reinigung können sich bereits vorher bemerkbar machen.

Ein aktueller Beitrag von agrarheute weist deshalb darauf hin, dass Landwirte ihren Melkroboter regelmäßig kontrollieren sollten. Entscheidend ist, Auffälligkeiten zu erkennen, bevor daraus eine Störung wird.

Störmeldungen nicht erst beim Stillstand beachten

Automatische Melksysteme überwachen zahlreiche Funktionen selbst. Meldungen im Herdenmanagement- beziehungsweise Robotersystem sollten deshalb nicht lediglich quittiert werden. Häufen sich bestimmte Warnungen oder treten dieselben Fehler wiederholt auf, kann das auf ein technisches Problem hinweisen.

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen empfiehlt, Fehler- und Störmeldungen eines Melkroboters mindestens zweimal täglich zu kontrollieren. Zusätzlich sollten die vom Hersteller vorgesehenen Prüfungen beispielsweise an Kamera, Laser oder Luftdüsen durchgeführt werden.

Auch ungewöhnlich viele unvollständige Melkungen oder Probleme beim Ansetzen der Melkbecher können Hinweise liefern. Deshalb lohnt es sich, regelmäßig einen vollständigen Melkvorgang zu beobachten. Dabei lässt sich erkennen, ob sich Roboterarm, Zitzenreinigung, Ansetzen und Abnahme so verhalten wie gewohnt.

Vakuum kann sich schleichend verändern

Eine der zentralen Größen jeder Melkanlage bleibt auch beim Roboter das Vakuum. Verschmutzte Regelventile, Undichtigkeiten oder verschlissene Bauteile können dazu führen, dass sich die Verhältnisse im System verändern.

Der LKV Bayern weist darauf hin, dass sich die Vakuumeinstellungen einer Melkanlage durch Abnutzung und Verschmutzungen verändern können. Landwirte sollten deshalb regelmäßig das Vakuummeter kontrollieren.

Auch die Landwirtschaftskammer NRW nennt die Vakuumhöhe als regelmäßigen Kontrollpunkt. Hinzu kommen Vakuumpumpe, Vakuumtank, Leitungen und Anschlüsse. Leistungsverluste oder Schwankungen müssen dabei nicht sofort zum kompletten Ausfall führen, können jedoch auf einen Wartungsbedarf hinweisen.

Schläuche und Gummiteile auf Verschleiß prüfen

Besonders einfach ist die Sichtkontrolle von Verschleißteilen. Milch-, Vakuum-, Wasser- und Reinigungsmittelschläuche sollten keine Risse, Knicke oder Undichtigkeiten aufweisen. Auch Zitzengummis und andere elastische Bauteile verändern sich durch die laufende Nutzung.

Der Landeskontrollverband Rheinland-Pfalz-Saar empfiehlt, Gummiteile wöchentlich auf Risse und Verschmutzungen zu prüfen und undichte Teile sofort auszutauschen. Darüber hinaus gelten für verschiedene Komponenten feste Wechselintervalle.

Dabei sollte ein Betrieb nicht warten, bis ein Teil tatsächlich ausfällt. Verschleißteile sollten entsprechend den Herstellervorgaben und dem Wartungsplan gewechselt werden.

Reinigung liefert wichtige Warnsignale

Beim Melkroboter betrifft eine Störung nicht zwangsläufig nur den eigentlichen Melkvorgang. Auch Fehler bei Reinigung und Desinfektion können erhebliche Folgen haben.

Kontrolliert werden sollten deshalb unter anderem Reinigungsmitteldosierung, Wassermenge und Temperatur. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen weist darauf hin, dass eine technisch gestartete Reinigung allein keine Gewähr dafür bietet, dass alle milchführenden Bereiche tatsächlich ausreichend gereinigt werden. Entscheidend sind unter anderem Temperatur, Turbulenz und die korrekte Funktion der beteiligten Komponenten.

Eine einfache Sichtprüfung kann bereits Hinweise geben: Sinkt der Füllstand eines Reinigungsmittelbehälters plötzlich langsamer als üblich, kann beispielsweise die Dosierung gestört sein. Ebenso sollten Leitungen, Spülaufnahmen und andere erreichbare Teile auf Ablagerungen kontrolliert werden.

Auch die Milchkühlung gehört zur Kontrolle

Ein funktionierender Melkroboter allein reicht für einen störungsfreien Ablauf nicht aus. Fällt die Milchkühlung aus, kann trotz erfolgreicher Melkung ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden entstehen.

Zur regelmäßigen Kontrolle gehören deshalb Kühltemperatur, Abkühlzeit und Tankreinigung. Gerade auf größeren Betrieben mit mehreren Robotern können solche Nebenaggregate leicht aus dem Blick geraten, weil der Roboter selbst weiterarbeitet. Ein Fehler in Kühlung, Vakuumerzeugung oder Reinigung kann jedoch den gesamten Prozess beeinträchtigen.

Wartungsplan statt Reparatur nach dem Ausfall

Ein Melkroboter enthält wesentlich mehr Sensorik, Steuerungstechnik und bewegliche Komponenten als eine klassische Melkanlage. Gleichzeitig gelten viele der bekannten Wartungsgrundsätze weiterhin.

Das KTBL nennt unter anderem Vakuumhöhe, Pulsatoren, Melkzeuge, Reinigungsautomat, Milchkühlung, Vakuumpumpe, Steuerventile und Abnahmeautomatik als wiederkehrende Kontrollpunkte. Je nach Bauteil sind tägliche, wöchentliche, monatliche oder bedarfsabhängige Arbeiten vorgesehen. Die konkreten Intervalle unterscheiden sich allerdings je nach Fabrikat.

Herstellervorgaben bleiben deshalb maßgeblich. Zusätzlich kann ein Wartungsvertrag mit dem Servicetechniker sinnvoll sein, um festgelegte Prüfintervalle einzuhalten und verschlissene Komponenten rechtzeitig auszutauschen.

Kleine Veränderungen können auf größere Probleme hinweisen

Für Milchviehhalter kommt es deshalb vor allem darauf an, den normalen Betriebszustand ihrer Anlage zu kennen. Ungewöhnliche Geräusche, veränderte Bewegungen des Roboterarms, wiederkehrende Alarmmeldungen, schwankendes Vakuum, auffällige Reinigungsabläufe oder steigende Fehlermelkungen sollten nicht ignoriert werden.

Regelmäßige Kontrollen verhindern nicht jeden Defekt. Sie erhöhen jedoch die Chance, Verschleiß und Fehlfunktionen zu erkennen, solange die Anlage noch arbeitet. Bei einer Technik, die rund um die Uhr für das Melken zur Verfügung stehen muss, kann dieser Zeitgewinn entscheidend sein.

Quellen

Die redaktionellen Vorgaben aus deiner Projektdatei habe ich dabei beibehalten.