Inmitten der Diskussionen um die anhaltenden Dürreschäden in verschiedenen Regionen lehnen die Freien Bauern zusätzliche Krisenprogramme ab und fordern stattdessen einen fairen Wettbewerb sowie die Stärkung von Familienbetrieben. Trotz der Ankündigung von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, Ende August mit den Ländern über mögliche Hilfen zu beraten, spricht sich der Verband gegen kurzfristige finanzielle Zuschüsse aus.
Langfristige Lösungen statt Soforthilfen
Die Freien Bauern vertreten die Ansicht, dass kurzfristige Hilfszahlungen lediglich eine vorübergehende Rettung darstellen würden. Frieda Salzwedel vom Verband betont, dass die Politik stattdessen Rahmenbedingungen schaffen müsse, die es Familienbetrieben ermöglichen, wirtschaftlich nachhaltig zu arbeiten und zu existieren. Eine Bewertung des Schadensausmaßes soll laut Rainer anhand amtlicher Erntedaten erfolgen.
Importstandards und ihre Auswirkungen
Ein weiterer zentraler Punkt auf der Agenda der Freien Bauern ist die Angleichung von Importstandards an nationale Regelungen. Sie kritisieren Importe, die unter geringeren Standards hinsichtlich Tierhaltung sowie Umwelt- und Verbraucherschutz produziert werden. Diese Importe führen ihrer Meinung nach nicht nur zu Umweltschäden, sondern benachteiligen auch lokale Betriebe und täuschen Verbraucher über die tatsächlichen Produktionsbedingungen.
Die Vertreter des Verbands fordern von der Politik eine klare Priorisierung der heimischen Landwirtschaft gegenüber solchen Billigimporten, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.
Bürokratieabbau und Energiepreise
Ein weiteres Anliegen der Freien Bauern ist der Abbau bürokratischer Hürden. Der Verband fordert eine deutliche Reduzierung administrativer Vorgaben, um den Kostendruck auf landwirtschaftliche Betriebe zu mindern und die Praxisnähe zu stärken. Gleichzeitig wird auf die Notwendigkeit einer wettbewerbsfähigen Energieversorgung hingewiesen. Agrardiesel sollte zu Preisen angeboten werden, die es Landwirten ermöglichen, innerhalb Europas wettbewerbsfähig zu bleiben.
Kritik äußert der Verband auch an den steuerlichen Unterschieden zwischen Kerosin und landwirtschaftlich genutzter Energie. Während Kerosin weitgehend steuerfrei ist, müssen Landwirte hohe Steuern auf ihre Energiekosten entrichten. Eine Entlastung würde nicht zwangsläufig höhere Lebensmittelpreise bedeuten, da der Anteil der Erzeuger an der gesamten Wertschöpfungskette relativ gering sei.
Gesetzliche Rahmenbedingungen stärken
Die konsequente Anwendung des Landwirtschaftsgesetzes ist ein weiterer Punkt auf dem Forderungskatalog der Freien Bauern. Sie plädieren dafür, dass der Agrarsektor in Deutschland nicht länger den Interessen der Industrien und ihrer Exportstrategien untergeordnet werden sollte. Die Entwicklungen in den vergangenen Jahren hätten gezeigt, dass bestehende politische Maßnahmen nicht ausreichend seien.
Ziel müsse es sein, statt zusätzlicher Belastungen für Familienbetriebe deren Wettbewerbsfähigkeit zu fördern. Nur so könne langfristig eine stabile und nachhaltige Landwirtschaft gewährleistet werden.
