John Deere hat im dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2026 erstmals seit längerer Zeit wieder mehr verdient. Der Nettogewinn stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um rund 7 Prozent auf 1,379 Milliarden US-Dollar. Hinter dem besseren Konzernergebnis steht jedoch keine allgemeine Erholung des Landtechnikmarktes. Gerade bei großen Traktoren und Erntemaschinen bleibt die Nachfrage schwach.
Deere profitiert derzeit vor allem von besseren Geschäften mit kleineren Landmaschinen sowie von deutlich steigenden Umsätzen in der Bau- und Forsttechnik. Für landwirtschaftliche Betriebe zeigt die Bilanz dagegen weiterhin ein zurückhaltendes Investitionsklima.
Deere steigert Umsatz auf 12,6 Milliarden Dollar
Im dritten Geschäftsquartal, das am 2. August 2026 endete, erreichte Deere einen Nettogewinn von 1,379 Milliarden US-Dollar. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 1,289 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich von 4,75 auf 5,10 US-Dollar.
Die weltweiten Umsätze und sonstigen Erlöse stiegen gleichzeitig um 5 Prozent auf 12,608 Milliarden Dollar. Die reinen Maschinenumsätze erreichten knapp 11 Milliarden Dollar und lagen damit etwa 6 Prozent über dem Vorjahreswert.
Der Blick auf die ersten neun Monate zeigt allerdings, dass der Konzern die Schwächephase noch nicht vollständig hinter sich gelassen hat. Der Nettogewinn seit Beginn des Geschäftsjahres beträgt 3,808 Milliarden Dollar. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 3,962 Milliarden Dollar.
Große Landtechnik verliert weitere 6 Prozent Umsatz
Besonders deutlich bleibt der Druck im Geschäftsbereich „Production & Precision Agriculture“. Dort bündelt Deere unter anderem große Traktoren, Mähdrescher und weitere Technik für größere Ackerbaubetriebe.
Der Umsatz dieses Segments sank im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent auf knapp 4 Milliarden Dollar. Deere begründet die Entwicklung insbesondere mit geringeren Auslieferungsmengen in Europa und Südamerika.
Auch das operative Ergebnis des Bereichs ging zurück. Es lag bei 527 Millionen Dollar. Neben den niedrigeren Stückzahlen belasteten höhere Produktionskosten das Geschäft. Positive Preiseffekte und Wechselkursentwicklungen konnten dies nur teilweise ausgleichen.
Damit bleibt gerade das für John Deere traditionell wichtige Geschäft mit großen Landmaschinen hinter der Entwicklung anderer Konzernbereiche zurück.
Landwirte verschieben Investitionen in Großtechnik
Eine wichtige Ursache sieht Deere in der angespannten wirtschaftlichen Lage vieler Ackerbaubetriebe. Niedrigere beziehungsweise volatile Agrarpreise treffen auf weiterhin hohe Produktionskosten. Hinzu kommen hohe Finanzierungskosten und Unsicherheiten auf den internationalen Agrarmärkten.
Das wirkt sich besonders auf größere Investitionen aus. Traktoren mit hoher Motorleistung, Mähdrescher oder selbstfahrende Feldhäcksler binden erhebliche Summen. Wenn die erwarteten Margen im Pflanzenbau sinken, können Betriebe Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen länger aufschieben.
Deere rechnet deshalb für die USA und Kanada im Geschäftsjahr 2026 weiterhin mit einem Rückgang des Marktes für große Landmaschinen um 15 bis 20 Prozent.
Auch in Südamerika bleibt die Lage angespannt. Dort erwartet das Unternehmen für große Traktoren und Mähdrescher einen Marktrückgang von ebenfalls etwa 15 bis 20 Prozent. Als Belastungsfaktoren nennt Deere unter anderem hohe Produktionskosten und Zinsen.
Europäischer Landtechnikmarkt stagniert
Für Europa fällt die Prognose etwas besser aus. Deere erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen ungefähr stabilen Landtechnikmarkt.
Das bedeutet jedoch noch keine deutliche Erholung. Das Unternehmen verweist weiterhin auf den wirtschaftlichen Druck im europäischen Ackerbau. Eine günstigere Entwicklung bei Milchviehbetrieben kann die schwache Investitionsbereitschaft im Pflanzenbau teilweise ausgleichen.
Für Hersteller großer Ackerbaumaschinen bleibt Europa damit ein schwieriger Markt. Eine schnelle Rückkehr zu den hohen Verkaufszahlen früherer Jahre zeichnet sich nach den aktuellen Deere-Zahlen nicht ab.
Kleinere Landtechnik entwickelt sich deutlich besser
Anders sieht die Entwicklung im Segment „Small Agriculture & Turf“ aus. Dort stiegen die Umsätze im dritten Quartal um 12 Prozent auf 3,383 Milliarden Dollar.
Zu diesem Geschäftsbereich gehören unter anderem kleinere und mittlere Traktoren sowie Maschinen für Grünland-, Kommunal- und Grundstückspflege. Deere profitierte hier von höheren Auslieferungsmengen und besseren Verkaufspreisen.
Das operative Ergebnis erreichte 622 Millionen Dollar. Nach Einschätzung des Konzerns unterstützen insbesondere die vergleichsweise stabilen wirtschaftlichen Bedingungen in der Milch- und Rinderhaltung die Nachfrage.
Für den nordamerikanischen Markt erwartet Deere bei kleinen Landmaschinen und Maschinen für die Grünflächenpflege 2026 eine stabile Entwicklung bis zu einem Plus von 5 Prozent.
Bau- und Forstmaschinen treiben das Wachstum
Den stärksten Zuwachs verzeichnet Deere derzeit außerhalb der Landwirtschaft. Der Umsatz der Sparte Bau- und Forstmaschinen erhöhte sich im dritten Quartal um 18 Prozent auf rund 3,62 Milliarden Dollar.
Das operative Ergebnis stieg noch stärker und erreichte 436 Millionen Dollar. Deere profitiert dabei von einer hohen Nachfrage nach Baumaschinen in Nordamerika.
Insbesondere Investitionen in Infrastruktur und den Bau großer Rechenzentren stützen das Geschäft. Dadurch kann der Konzern einen Teil der schwachen Nachfrage nach großen Landmaschinen ausgleichen.
John Deere hebt Gewinnprognose für 2026 an
Nach dem besseren dritten Quartal hat Deere seine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr angehoben. Der Konzern erwartet nun einen Nettogewinn zwischen 4,75 und 5 Milliarden US-Dollar. Zuvor hatte die Untergrenze der Prognose bei 4,5 Milliarden Dollar gelegen.
Das Unternehmen sieht zudem Anzeichen dafür, dass 2026 den Tiefpunkt des aktuellen Abschwungs bei Landmaschinen markieren könnte. Deere verweist dabei auf die Entwicklung der Auftragseingänge.
Ob daraus bereits 2027 eine deutlich stärkere Nachfrage nach Großtechnik entsteht, lässt sich daraus jedoch noch nicht ableiten. Entscheidend bleibt, wie sich Erzeugerpreise, Betriebsmittelkosten, Zinsen und Einkommen der landwirtschaftlichen Betriebe entwickeln.
Die aktuellen Quartalszahlen zeigen vorerst ein geteiltes Bild: Deere verdient wieder mehr, doch ausgerechnet das Geschäft mit großen Landmaschinen bleibt unter erheblichem Verkaufsdruck.
Quellen
- Deere & Company: Geschäftszahlen zum dritten Quartal 2026 – Nettogewinn von 1,379 Milliarden US-Dollar, Umsatzentwicklung der Unternehmensbereiche und angehobene Jahresprognose. (PR Newswire)
- Deere & Company, Earnings Call Q3 2026: Entwicklung von Production & Precision Agriculture sowie Marktausblick für Nordamerika, Europa und Südamerika. (The Motley Fool)
