Die europäischen Getreidepreise erlebten in dieser Woche einen deutlichen Aufwärtstrend. Insbesondere Weizen und Mais verteuerten sich, was vor allem auf die zunehmenden Spannungen in der Schwarzmeerregion zurückzuführen ist. Angriffe auf Hafenanlagen in Russland und der Ukraine tragen erheblich zur Unsicherheit bei, was die Exportaktivitäten der beiden Länder betrifft. Diese Exporte spielen eine zentrale Rolle für die globalen Weizenpreise.
Aktuelle Entwicklungen und Prognosen
Der jüngste Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) lieferte neue Einschätzungen, die auf dem Markt aufmerksam verfolgt wurden. Demnach werden die Exportmengen für das Wirtschaftsjahr 2026/2027 sowohl für Russland als auch für die Ukraine um 2,5 Millionen Tonnen niedriger ausfallen als zuvor geschätzt. Dieser Rückgang dürfte laut USDA zu einem Anstieg der Endbestände führen. Gleichzeitig bleibt die internationale Nachfrage nach Weizen rückläufig, sodass andere Exporteure kaum von der Situation profitieren können.
In Europa hat das USDA seine Erwartungen an die Weizen- und Maisproduktion ebenfalls gesenkt, was Einfluss auf den Futtermittelsektor hat. Die europäische Produktion wird nun auf 134,2 Millionen Tonnen Weizen und 50,2 Millionen Tonnen Mais geschätzt. Der dadurch bedingte Rückgang des Angebots führt zu einer Erhöhung der Importmengen und einer Anpassung des Verbrauchs.
Preisentwicklung an den Märkten
Am Donnerstag setzten die Euronext-Weizen- und Maispreise ihren Aufwärtstrend fort. Der Weizenpreis für September 2026 stieg um 5,25 Euro auf 225,75 Euro pro Tonne, während der Dezember-Kontrakt um 2,50 Euro zulegte. Auch Mais verteuerte sich mit einem Anstieg von 2,75 Euro pro Tonne im November-Kontrakt auf 250,75 Euro. Die Chicagoer Weizenpreise verzeichneten am Mittwochabend ebenfalls einen Anstieg von über drei Prozent und setzten diesen Trend am folgenden Tag fort.
Hauptursache für diese Preisbewegungen sind nicht nur die jüngsten USDA-Zahlen, sondern vor allem militärische Auseinandersetzungen in der Schwarzmeerregion. Berichte über Drohnenangriffe auf das russische Exportterminal Noworossijsk verstärken die Unsicherheiten.
USA: Ernteprognosen angepasst
Der gestrige Handelstag war auch von den Entwicklungen in den USA geprägt. Das USDA ließ seine Schätzungen zur Anbaufläche für Weizen unverändert, korrigierte jedoch die Ertragsprognosen leicht nach unten. Dies führte zu einem leichten Rückgang der Gesamtproduktion auf 41,66 Millionen Tonnen.
Beim Mais wurden wetterbedingte Ertragsrückgänge bestätigt, wobei jedoch eine höhere Anbaufläche diese teilweise kompensiert. Die prognostizierte Maisproduktion liegt nun bei 406,75 Millionen Tonnen, was den gestiegenen internationalen Bedarfen entgegenkommt und den US-amerikanischen Farmern zugutekommt.
