Zum Wochenbeginn zeichnete sich ein Anstieg der Weizenpreise nach einer vorangegangenen Schwächephase ab. Besonders bemerkenswert ist die starke Preisentwicklung bei Mais. Auch Rapspreise verzeichneten trotz sinkender Ölpreise leichte Zuwächse. Der europäische Weizenmarkt reagierte zuvor auf Berichte über neue Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine, initiiert durch die Türkei, mit einem Rückgang. Parallel dazu sorgten optimistische Handelsgespräche zwischen den USA und China für positive Impulse an den Getreidemärkten.
Weizenpreise erholen sich dank internationaler Entwicklungen
Die Weizenpreise in den USA erlebten eine Erholung, nachdem sie ein Dreiwochentief erreicht hatten. Laut Analysten trugen die Handelsgespräche zwischen den USA und China im Vorfeld eines Gipfeltreffens zur positiven Stimmung an den US-Börsen bei. In Europa hingegen führte der Mangel an Fortschritten bei den von der Türkei angeregten Verhandlungen zu einem Rückgang der Preise.
Die Blockade der Getreideexporte über das Schwarze Meer zwingt internationale Käufer, auf andere Exporteure auszuweichen. In Frankreich präsentierten FranceAgriMer und Arvalis aktuelle Zahlen zur Erntequalität des Weizens: Der Proteingehalt erreichte 11,8 %, verglichen mit 11,3 % im Vorjahr. Erfreulich sei laut Christine Bar von Arvalis der hohe Proteingehalt und die Hagberg-Fallzahl über 250 Sekunden.
In Argentinien hat die Börse von Buenos Aires ihre Einschätzung der Weizenbestände angehoben, während die Euronext-Preise für Dezember 2026 um 2,0 €/t stiegen.
Knappe Maisbestände führen zu starken Preissteigerungen
Die Maispreise an der Euronext verzeichneten einen deutlichen Anstieg aufgrund eines extrem knappen Angebots in Europa. Die katastrophale Ernteprognose in Frankreich und niedrige Endbestände verstärken die angespannte Marktsituation. FranceAgriMer senkte die Bewertung der Körnermaisbestände weiter auf ein tiefes Niveau von nur 23 %.
In den USA steigen die Maispreise ebenfalls aufgrund eines schrumpfenden globalen Angebots. Das US-Landwirtschaftsministerium erwartet ein Defizit in der weltweiten Produktion im Wirtschaftsjahr 2026/27, bedingt durch geringere Ernten wichtiger Exportnationen und Störungen bei den Schwarzmeer-Getreidelieferungen.
Rapspreise trotzen fallenden Ölpreisen
Trotz sinkender Ölpreise legten die Rapspreise an der Euronext leicht zu. Der Preisrückgang bei Rohöl wurde durch Hoffnungen auf neue Verhandlungen zwischen Teheran und Washington ausgelöst. In Frankreich herrschen jedoch trockene Bedingungen, die das Rapsangebot weiter belasten könnten.
Zudem verzögert sich in Kanada die Canola-Ernte wegen anhaltender Regenfälle. Auch Sojabohnenpreise steigen trotz fallender Ölpreise, was vor allem auf eine verstärkte Nachfrage aus China zurückzuführen ist.
Diese Entwicklungen an den Agrarmärkten zeigen eindrucksvoll, wie politische Gespräche und klimatische Bedingungen Einfluss auf globale Preisbewegungen nehmen können.
