Aktuelle Marktanalysen zeigen, dass die Weizenpreise in den USA und Europa trotz einer erwarteten Stabilisierung erheblich gesunken sind. Der jüngste Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) hatte wesentlichen Einfluss auf die Preisentwicklung. Obwohl der Bericht generell eine stützende Wirkung auf die Getreidepreise haben sollte, fiel der Preis für Weizen an den Börsen auf beiden Seiten des Atlantiks spürbar.
Starke Preisrückgänge an den Börsen
An der Euronext-Börse sank der Weizenpreis für den Dezember 2026 um 4,25 Euro pro Tonne auf 241,25 Euro, während der März 2027-Kontrakt um 3,50 Euro auf 242 Euro fiel. Im Vergleich dazu verzeichnete der Weizen in Chicago für den Dezembertermin einen Rückgang von 16 Cent und notierte bei 725 Cent je Buschel. Naomi Blohm von Total Farm Marketing wies darauf hin, dass viele Informationen aus dem USDA-Bericht bereits in den Marktpreisen berücksichtigt waren.
Prognosen für das Wirtschaftsjahr 2026/27
Das USDA hat seine Prognosen für das weltweite Weizenangebot im Wirtschaftsjahr 2026/27 angehoben. Die globale Produktion wird jetzt auf insgesamt1.103 Millionen Tonnen geschätzt – ein Plus von 3,5 Millionen Tonnen gegenüber früheren Schätzungen. Besonders Australien konnte seine Produktionserwartungen aufgrund günstiger Wetterbedingungen deutlich steigern.
Die Endbestände sollen auf276,29 Millionen Tonnen ansteigen, was eine Erhöhung im Vergleich zu den August-Schätzungen darstellt. In Kanada und Australien führen optimierte Wachstumsbedingungen ebenfalls zu positiven Produktionsanpassungen.
Weltweiter Handel und geopolitische Einflüsse
Trotz erhöhter Produktionserwartungen wird das Handelsvolumen leicht sinken. Die russischen und ukrainischen Exporte sind durch logistische Herausforderungen infolge des Krieges im Schwarzmeerraum beeinträchtigt. Die Exporte Russlands werden auf43 Millionen Tonnen, die der Ukraine auf12,5 Millionen Tonnen, geschätzt – beide Werte liegen unter den Vorjahreszahlen. Gleichzeitig profitieren Australien und Kanada von verbesserten Exportmöglichkeiten.
Anstieg der Gerstenproduktion
Ein weiterer positiver Trend ist bei der Gerstenproduktion zu beobachten, insbesondere in Australien und der Ukraine. Australien erwartet eine Rekordernte von17,1 Millionen Tonnen, was vor allem auf erhöhte Niederschläge zurückzuführen ist.
Niedrige Maispreise trotz stabiler Prognosen
Trotz stabiler Produktionsprognosen verzeichnete auch der Maismarkt Preisrückgänge. Der Chicagoer Maispreis fiel um drei Cent je Buschel, während europäische Maiskontrakte ebenfalls leicht nachgaben. Das USDA prognostiziert für die Saison 2026/27 eine geringere weltweite Produktion von1.290,95 Millionen Tonnen, jedoch bleiben die Exportprognosen unverändert.
Zusammenfassend zeigt sich ein komplexes Bild aus steigenden Produktionsmengen und sinkenden Preisen, wobei geopolitische Unsicherheiten weiterhin eine bedeutende Rolle spielen.
