Die Entwicklungen auf dem Rindermarkt sind derzeit von Unsicherheiten geprägt. Während die Preise für Schlachtkühe erneut gesunken sind, stabilisieren sich die Preise für Jungbullen. Diese Trends lassen sich vor allem auf die schwierigen Marktbedingungen im Fleischhandel zurückführen.
Preisentwicklung bei Schlachtkühen und Jungbullen
Am 27. Juli verzeichneten Schlachtkühe einen Rückgang im Vereinigungspreis um 15 Cent pro Kilogramm Schlachtgewicht (SG). Ein Kilogramm der Klasse O3 wird nun mit 4,90 Euro gehandelt, was innerhalb eines Monats einen Preisverfall von insgesamt 0,75 Euro bedeutet. Diese Preisniveaus wurden zuletzt im Februar 2025 erreicht. Trotz der aktuellen Lage bleibt der Preis im Vergleich zu den Vorjahren hoch.
Im Gegensatz dazu bleiben die Preise für Jungbullen stabil bei 6 Euro pro Kilogramm SG in der Klasse R3. Seit März ist dieser Preis zwar um 1 Euro gefallen, bewegt sich aber weiterhin auf einem hohen Niveau im langfristigen Vergleich. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) beschreibt, dass die anhaltend schwache Nachfrage nach Schlachtkühen zu Beginn der 31. Woche zu weiteren Preisschwächen führt. Für Jungbullen und bessere Schlachtfärsen zeigt sich hingegen eine stabile Bewertung.
Einflussfaktoren auf Angebot und Nachfrage
Marktbeobachter berichten, dass das geringe Angebot an Jungbullen zur Stabilisierung des Preises beiträgt. Die Nachfrage nach Bullenfleisch ist derzeit zwar niedrig, auch saisonbedingt durch den Sommer, jedoch gleicht das begrenzte Angebot die Marktlage aus. Anders sieht es bei den Schlachtkühen aus: Hier macht sich die stockende Nachfrage besonders bemerkbar, was den Absatz erschwert. Das Fleisch lässt sich schwer vermarkten, weshalb auch der Bedarf der Schlachtunternehmen gering ausfällt.
Trotz eines nicht übermäßig großen Angebots an lebenden Kühen erhöht in einigen Regionen die Trockenheit die Lieferbereitschaft.
Der EU-weite Druck auf den Rindermarkt
Der gesamte europäische Rindermarkt steht unter Druck; die Durchschnittspreise für Jungbullen, Schlachtkühe und -färsen sind weiter gesunken. Ein Angebotsüberhang trifft auf eine saisonal bedingt geringe Nachfrage während der Sommermonate. In Mitteleuropa hat zudem die Ferienzeit Einfluss auf die Märkte genommen.
Laut EU-Kommission betrug der Preis für Jungbullen der Handelsklasse R3 durchschnittlich 635,61 Euro pro 100 kg SG in den berichtenden Mitgliedstaaten – ein Rückgang von 0,9% gegenüber der Vorwoche. In Deutschland war der Preisrückgang mit 0,6% auf 622,07 Euro/100 kg SG weniger stark als im europäischen Durchschnitt.
Für Schlachtkühe der Handelsklasse O3 wurde im Mittel ein Preis von 569,14 Euro/100 kg SG gemeldet – ein Minus von 1,8%. Während einige Länder wie Estland Aufschläge verzeichnen konnten, mussten deutsche Landwirte einen stärkeren Preisverfall von 3,7% hinnehmen.
