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Düngermarkt: Rukwied warnt vor gefährlich niedrigen Vorräten in Deutschland

Die aktuelle geopolitische Lage verschärft die Herausforderungen der deutschen Landwirtschaft. Angesichts des anhaltenden Iran-Konflikts warnt Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, vor zunehmenden Risiken für die Versorgung mit Düngemitteln. Er betont, dass die vermeintliche Stabilität am Düngermarkt täuscht und mahnt, dass eine Verbesserung der Situation im Golf dringend erforderlich sei, um die Versorgungssicherheit nicht zu gefährden.

Steigende Kosten und schwindende Vorräte

Obwohl bislang keine physischen Engpässe gemeldet wurden, bleiben die Stickstoffpreise auf einem hohen Niveau. Die Bestände für die kommende landwirtschaftliche Saison sind laut Rukwied besorgniserregend niedrig. Er äußert Bedenken, dass eine Verschlechterung der Lage in der Golfregion nicht nur die Preise für Dünger weiter steigen lassen könnte, sondern auch Energie- und Gaspreise negativ beeinflussen würde.

Viele landwirtschaftliche Betriebe kämpfen bereits jetzt mit den steigenden Kosten bei gleichzeitig niedrigen Erlösen. Rukwied fordert daher finanzielle Entlastungen: Eine Senkung der Energiesteuer auf das europäische Mindestniveau sowie Anpassungen bei der CO2-Bepreisung könnten notwendige Maßnahmen sein, um den Betrieben unter die Arme zu greifen.

Reaktionen der EU

Angesichts der zunehmenden Belastungen hat die EU beschlossen, den Mitgliedstaaten mehr Flexibilität bei der Unterstützung ihrer Landwirte zu gewähren. Um die gestiegenen Düngemittelkosten abzufedern, können Staaten gezielt betroffene Betriebe unterstützen und Zölle auf bestimmte Düngemittelimporte wurden zeitweise ausgesetzt.

Zudem ermöglicht die EU eine frühzeitige Auszahlung von Direktzahlungen im laufenden Jahr und Anpassungen der Prämien für das Jahr 2027. Im Rahmen eines ländlichen Entwicklungsprogramms wird ein Liquiditätsprogramm aufgelegt, das bis zu 65 % durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds kofinanziert werden kann. Hierbei sollen ungenutzte Gelder verwendet werden, um sie nicht verfallen zu lassen.

Finanzielle Hilfen und Aufstockungen

Zur Stabilisierung des Marktes mobilisiert die EU ihre Agrarreserve und stockt das Budget von derzeit 240 Millionen Euro auf insgesamt 540 Millionen Euro bis 2026 auf. Deutschland erhält davon etwa 60 Millionen Euro. Frankreich wird mit 107 Millionen Euro unterstützt und plant zusätzlich eine staatliche Beihilfe von bis zu 38 Millionen Euro zur Förderung des Stickstoffdünger-Einkaufs.

Diese Maßnahmen sollen helfen, den Druck auf die Landwirtschaft in Europa zu mindern und einen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit in diesen herausfordernden Zeiten leisten.