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Bauernverband-Präsident in der Kritik wegen Baywa-Krise

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hat öffentlich Zweifel an der Rolle des Bauernverbandspräsidenten Joachim Rukwied im Aufsichtsrat der Baywa geäußert. Hintergrund sind die jüngsten Entwicklungen bei dem Agrar- und Baustoffkonzern, der im Geschäftsjahr 2024 einen Verlust von 1,6 Milliarden Euro auswies. Zudem stehen Vorwürfe im Raum, ehemalige Manager könnten die Bilanzen manipuliert haben.

Nach Ansicht der AbL hat der Aufsichtsrat seine Kontrollfunktion nicht ausreichend wahrgenommen. Besonders kritisch wird dabei die Position von Joachim Rukwied gesehen, der als Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV) eigentlich die Interessen der Landwirte vertreten soll. Angesichts der massiven Verluste und der Kursverluste der Baywa-Aktien sieht die AbL die finanzielle Sicherheit vieler bäuerlicher Aktionäre in Gefahr.

Als problematisch wird auch der Rückzug aus der Fläche gewertet. Durch die Schließung zahlreicher regionaler Niederlassungen gingen Arbeitsplätze verloren, zugleich hätten viele Betriebe längere Wege zu Ersatzteillagern oder Werkstätten. Die AbL weist darauf hin, dass der Aufsichtsrat einer börsennotierten Aktiengesellschaft dafür zuständig ist, die Arbeit des Vorstands zu überwachen und strategische Entscheidungen kritisch zu begleiten.

Bemängelt wird außerdem, dass Rukwied in der aktuellen Krise bislang keine öffentliche Stellungnahme abgegeben habe. Eine passive Rolle im Kontrollgremium könne die notwendige Transparenz gefährden und die Kontrollfunktion schwächen. Nach Ansicht der AbL sei es entscheidend, weiteren Schaden für die Landwirte und das Unternehmen zu verhindern.

Der Aufsichtsrat der Baywa AG besteht aus 16 Mitgliedern, zur Hälfte Arbeitnehmervertreter. Rukwied gehört diesem Gremium seit 2013 an, ebenso wie die CSU-Europaabgeordnete Monika Hohlmeier. Beide wurden bis zur Hauptversammlung 2028 bestellt.

Auch von Seiten der Aktionäre gab es auf der Hauptversammlung Ende August deutliche Kritik. Mehrere Investoren warfen dem Aufsichtsrat unzureichende Kontrolle des früheren Managements vor. Laut Berichten fordert inzwischen auch die österreichische Raiffeisen Agrar Invest als einer der größten Anteilseigner eine personelle Neuausrichtung im Aufsichtsgremium.

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